Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Vogelsberger Arbeitsmarktzahlen besser als der hessische Durchschnitt - Landrat Marx lobt Kultur der Zusammenarbeit - Appell an heimische Unternehmen

03.03.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Gegen Arbeitslosigkeit handeln

wir gemeinsam erfolgreicher“

Landrat Marx appelliert an heimische Arbeitgeber –

Quote im Vogelsbergkreis besser als in Hessen

VOGELSBERGKREIS ( ). Überall ist die Arbeitslosigkeit hoch, und fast überall ist sie nochmals gestiegen. Gegen diesen Trend verzeichnet der Vogelsbergkreis „wenigstens keinen Anstieg“, so Landrat Rudolf Marx in einer Presseerklärung zu den neuesten Zahlen. „Es ist kein Zufall, dass die Arbeitsmarktzahlen im Vogelsbergkreis besser sind als der hessische Schnitt. Denn hier bei uns wird seit Jahren erfolgreich gebündelt gehandelt. Besser als anderswo ziehen die Akteure der Wirtschaftspolitik an einem Strang.“ Natürlich könne eine Quote von 9,1 Prozent „nicht beruhigen“. Aber es sei gut zu wissen, dass „wir den Mut und den Willen haben, gegen die Arbeitslosigkeit gemeinsam erfolgreich vorzugehen“. In Hessen betrug im Februar die Arbeitslosigkeit 9,3 Prozent, im Regierungsbezirk Gießen 10,3 Prozent, im Arbeitsamtsbezirk Gießen 10,7 Prozent.

Die Rahmenbedingungen, die in Berlin gesteckt würden, seien sicher von hier aus kaum beeinflussbar. Vielmehr müsse aber in regionaler Verantwortung alles unternommen werden, um Arbeitsplätze hier zu sichern und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Landrat Marx appelliert ausdrücklich an die heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer, ihre „betriebswirtschaftlichen Spielräume voll zu nutzen, um zusätzlich Menschen einzustellen“.

Der Landrat pflichtet dem Vogelsberger CDU-Chef Ulrich Künz bei, dass es jetzt gelte „anzupacken statt abzuwarten“. Genau dies geschehe im Vogelsbergkreis. Es sei „bemerkenswert“, dass durch ein Bündel von Maßnahmen und durch die Gutwilligkeit und durch eine „Kultur der Kooperationsbereitschaft aller Akteure“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt die jährlich durchschnittliche Arbeitslosenquote im Vogelsbergkreis bereits 2004 erstmals besser war als der hessische Durchschnitt. Das hätte vor einigen Jahren „noch keiner gedacht“, dass der Arbeitsmarkt des ländlichen Raumes sich stabiler als der Landesdurchschnitt entwickeln würde, meint Marx. Wie der Volkswirt der Vogelsberg Consult GmbH gegenüber dem Landrat erläuterte, habe die Vogelsberger Quote 2004 bei 8,0 Prozent gelegen, 0,2 Punkte besser als in Hessen gesamt.

Zu den Maßnahmen und Prozessen, die sich positiv und stabilisierend auswirken, zählt Landrat Marx eine Reihe von Faktoren auf: die Unternehmensberatungen der Vogelsberg Consult, die effiziente Arbeit der Fachforen, die nachhaltigen Investitions-Effekte der Regionalentwicklung und der Dorferneuerung (fast fünf Millionen Euro sind 2004 in den Kreis geflossen – wir berichteten), die 2,13 Millionen Euro, die mit dem EU-Projekt Equal (Tandem) in die Arbeitsmarktpolitik des Kreises fließen, die 100-fach erfolgreichen Maßnahmen des Bereichs Hilfe zur Arbeit (Vogelsberger Beschäftigungsinitiative und die Kooperation mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft) in der Vergangenheit und ab diesem Jahr die Zuständigkeit des Kreises für die Langzeitarbeitslosen (Hartz IV).

Auch die Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und Arbeitsagentur habe deutliche Erfolge erzielt, beispielsweise auch auf dem Ausbildungsmarkt (Projekt Vogelsberg baut vor). Der Rückgang der Ausbildungsplätze „macht mir natürlich auch große Sorgen“, so Landrat Marx. Aber auch hier gebe es eine zwar eine „nicht günstige, aber immerhin weniger schlechte Entwicklung als im Landesdurchschnitt“. Hessenweit seien 3,2 Prozent weniger Lehrstellen gemeldet worden, im Vogelsbergkreis 2,3 Prozent weniger.

Eine weitere konzertierte Aktion sei der in Kürze startende Beirat zu Hartz IV (Fachbeirat SGB II), in dem unter anderem die Kreisverwaltung, die IHK, die Handwerkerschaft, und die Arbeitsagentur an einem Strang ziehen. Landrat Marx warnt ausdrücklich davor, auch schrittweise und zunächst geringe Erfolge klein zu reden. „Jeder einzelne gesicherte Arbeitsplatz, jeder zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplatz ist ein Gewinn für die Region“, betont der Landrat. Erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik beruhe auf Vertrauen, Erfahrung, Optimismus, Kooperationsbereitschaft und Kompetenz, auf der Praxistauglichkeit der Maßnahmen, dem Herstellen der Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage und nicht zuletzt Geduld.