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Jahresbericht 2004 - Gleichstellungsbeauftragte - Bilanz der Fachstelle für Frauen in Not positiv

17.01.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Emmermann: Unser Konzept

ist schlüssig und hilft konkret

Fachstelle für Frauen und Kinder in Not besteht

seit einem Jahr – Gewaltschutzgesetz greift

VOGELSBERGKREIS ( ). „Die Fachstelle für Frauen und Kinder in Not funktioniert. Das Konzept ist schlüssig, setzt auf Vernetzung der Ressourcen und hilft konkret. Darauf macht Kreisbeigeordnete Sylke Emmermann im Jahresbericht ihres Dezernatsbereichs Gleichstellung aufmerksam. Die Fachstelle besteht jetzt seit einem Jahr.

107 Frauen haben sich seit Bestehen im Dezember 2003 an die Fachstelle im Landratsamt gewandt, die rund um die Uhr für Krisenintervention zur Verfügung steht. Es wurden 473 Beratungsgespräche geführt. Zwölf Frauen wurden in umliegenden Frauenhäusern untergebracht. (Gießen, Bad Hersfeld, Fulda, Friedberg), davon drei Frauen nur für ein bis zwei Tage. Neun Männer wurden nach dem Gewaltschutzgesetz der Wohnung verwiesen, anschließend die erforderlichen rechtlichen Prozesse eingeleitet. 14 Frauen sind aufgrund von häuslicher Gewalt aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und haben in verhältnismäßig kurzer Zeit eine eigene Wohnungen anmieten können. Drei Männer sind in Folge von Mediationsgesprächen ausgezogen oder haben den Auszug der Frauen akzeptiert. Fünfmal konnten Konfliktsituationen durch Mediationsgespräche mit beiden Partnern entschärft werden.

Die Unterbringungen und sonstigen nötigen Hilfen gestalteten sich unproblematisch, berichtet die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte. Immer mehr Frauen steigen aus der Gewaltsituation zu Hause aus, stellte die zuständige Fachkraft im Amt für Soziale Sicherung heraus.

Die Konzeption der „aktiven Vernetzung nach innen und außen“ habe sich in den ersten zwölf Monaten bestens und hessenweit beispielhaft bewährt. Die Fachstelle für Frauen in Not ist besetzt mit einer Fachkraft und einer Fachvertretung sowie einem Hintergrund-Bereitschaftsdienst.

Frauen-Notruf-Telefon (rund um die Uhr): 06641 / 977-244. Informationen können auch über das Internet abgerufen werden: www.vogelsbergkreis.de - Soziales / Stichwort Frauennotruf. E-Mail: fachberatung.frauen@vogelsbergkreis.de

In diesem Zusammenhang freut sich Emmermann über die Wirksamkeit des Gewaltschutzgesetzes („Gesetz zur Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehe-Wohnung bei Trennung“ vom 11. Dezember 2001). Die Erfahrungen seien sehr positiv und die Arbeit der Polizei „hervorragend“. Das neue Gesetz, das unter anderem die „Wegweisung“ gewalttätiger Ehemänner ermöglicht, komme „klar den Frauen und auch den Kindern zugute“, die ein Recht auf eine friedvolle Entwicklung hätten. Auf Einladung von Sylke Emmermann diskutierten im Lauterbacher Landratsamt bereits vier Mal am „Runden Tisch Gewaltschutzgesetz“ Vertreter der Polizei, des Weißen Rings, der Caritas, der Diakonie, der Arbeiterwohlfahrt Vogelsbergkreis, des Vereins Hilfe für das verlassene Kind sowie Fachleute aus dem Amt für Familie, Jugend und Sport und dem Amt für Soziale Sicherung über aktuelle Erfahrungen in der Gewaltprävention und der direkten Hilfe für Betroffene.