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Landrat Marx: Gute Deutsch-Kenntnisse sind der Schlüssel zur Integration - Volkshochschule für Sprachkurse zertifiziert

12.01.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: „Gute Deutsch-Kenntnisse

sind der Schlüssel zur Integration“

Volkshochschule vom Bundesamt für Migration

zertifiziert – Umfangreiches Angebot für Spätaussiedler

VOGELSBERGKREIS ( ). „Gute Kenntnisse der Deutschen Sprache sind der Schlüssel dafür, dass die Integration gerade von Spätaussiedlern aus osteuropäischen Staaten sowohl sozial als wirtschaftlich gelingen kann. Für alle, die zu uns kommen und bei uns leben wollen, besteht die Pflicht, sich sprachlich einzugliedern.“ Diese Auffassung vertritt der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx und macht zugleich auf die umfangreichen Kursangebote der kreiseigenen Volkshochschule im Sprachbildungsbereich aufmerksam. Die Volkshochschule hat vom neuen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg die Zulassung erhalten. Das zu Jahresbeginn in Kraft getretene neue Zuwanderungsgesetz sieht eine Verstärkung der Sprachkurse vor.

Für das Jahr 2005 wird im Vogelsbergkreis einzig die VHS zugelassener Träger sein – die Volkshochschule verfügt über jahrelange Erfahrung mit Deutschkursen für Spätaussiedler und Ausländer. Sie bietet den Integrationskurs in Kursabschnitten von jeweils 100 Stunden an. In der VHS wird auch der Einstufungstest vorgenommen, der das sprachliche Eingangsniveau des Spätaussiedlers oder Ausländers feststellt und einen dazu passenden Kurs vorschlägt, so dass jeder Teilnehmer möglichst optimal sprachlich gefördert werden kann.

Die ersten „BAMF-fähigen“ Deutschkurse bietet die Vogelsberger VHS bereits ab Februar an; es wird auf den verschiedenen Kursstufen aber übers Jahr verteilt immer wieder neue Kurse geben, in die Teilnahmeberechtigte mit nur kurzen Wartezeiten einsteigen können, erläutert die für Sprachkurse zuständige pädagogische Leiterin der VHS, Monika Schenker. Alle zur Zeit geplanten Deutschkurse sind im aktuellen VHS-Programm aufgeführt, das ab sofort kreisweit erhältlich ist.

Am 1. Januar 2005 ist das neue Zuwanderungsgesetz in Kraft getreten. Neben Änderungen im Aufenthaltsrecht geht damit u.a. eine veränderte Sprachkursförderung für Neuzuwanderer und auch für die sog. „Bestandsausländer“ (Ausländer, die schon länger in Deutschland leben) einher. Spätaussiedler, Ausländer und Unionsbürger werden künftig gemeinsam an einheitlichen Integrationskursen teilnehmen. Zuständig für diese Kurse ist das neu gegründete Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg, das geeignete Sprachkursträger zur Durchführung dieser Kurse zugelassen hat – im hiesigen Fall ist dies die Volkshochschule Vogelsbergkreis. Die Kosten für die Kurse werden vom BAMF getragen.

Ein Integrationskurs umfasst einen Basis- und einen Aufbausprachkurs von insgesamt jeweils 300 Stunden Unterricht, dazu kommt anschließend noch ein Orientierungskurs von 30 Stunden, der Kenntnisse der Rechtsordnung, Kultur und Geschichte in Deutschland vermitteln soll. Hintergrund der Verordnung ist die Überzeugung, dass gelungene Integration nur über entsprechende Sprach- und Kulturkenntnisse des Ziellandes zu gewährleisten ist. Der Integrationskurs wird mit einem Einstufungstest eingeleitet und schließt mit einer standardisierten Sprachprüfung ab; dieser (bestandene) Abschlusstest bestätigt, dass der Teilnehmer ausreichende Kenntnisse zur sprachlichen Bewältigung des Alltags in Deutschland erworben hat.

Bundesweit wird mit jährlich ca. 138.000 anspruchsberechtigten Neuzuwandern gerechnet, für deren sprachliche Integration insgesamt 188 Millionen Euro aus Bundesmitteln aufgewendet werden sollen; hinzu kommen noch geschätzte 76 Millionen Euro jährlich für die Förderung von Bestandsausländern. In bestimmten Fällen müssen sich die Kursteilnehmer mit einem Eigenanteil von einem Euro pro Unterrichtsstunde an den Kurskosten beteiligen.

Spätaussiedler erhalten ihre Berechtigung zur Teilnahme an einem Integrationskurs direkt vom Bundesverwaltungsamt, in der Regel zusammen mit dem „Registrierschein“. Alle Ausländer können ihre Ansprüche auf eine Kursteilnahme bei der zuständigen Ausländerbehörde überprüfen lassen und erhalten dort auch den nötigen Berechtigungsschein. (Die Ausländerbehörde kann einen Ausländer aber auch zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichten, wenn dessen Sprachkenntnisse nicht ausreichend für ein Alltagsgespräch sind.) Mit dem Berechtigungsschein können die Ausländer dann direkt zu einem zugelassenen Träger vor Ort gehen – im Vogelsbergkreis also zur Volkshochschule.

Weitere Informationen können auch bei der VHS unter Telefon 06631/792-776 erfragt werden.