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Veterinäramtsleiterin Dr. Litmeyer führte Gespräch mit Kreisbauernverband - Thema Qualitätsmanagement

23.12.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Litmeyer: Qualitätsmanagement bedeutet

Qualitätssicherung für die Betriebe

Informationsgespräch des Veterinäramtes mit Bauernverband, Kreislandwirt und Amt für den ländlichen Raum

VOGELSBERGKREIS ( ). „Wir sind immer auf der Suche nach praktikablen Lösungen, aber wir müssen natürlich stets die gesetzlichen Vorschriften einhalten.“ Dies sagte die Leiterin des Vogelsberger Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Dr. Maria Litmeyer, als sie vor wenigen Tagen über die Einführung des Qualitätsmanagements im Bereich der Tierseuchenbekämpfung und den damit verbundenen Kontrollen von landwirtschaftlichen Betrieben mit Vertretern des Kreisbauernverbandes und des Amtes für den ländlichen Raum sowie dem Kreislandwirt erörterte. Die Amtsleiterin informierte Landrat Rudolf Marx ausführlich über die Unterredung. Marx hält den stetigen Dialog mit der heimischen Landwirtschaft für unerlässlich.

Alle Beteiligten stellten die jahrzehntelange gute Kooperation der Behörde mit den Landwirten und ihrer Interessenvertretung heraus. Wichtig sei gerade bei Neuerungen die rechtzeitige und umfassende Information. Im Zusammenhang mit der übergreifenden Aufgabe des Amtes für Verbraucher- und Tierschutz wünschte sich Kurt Wiegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und Mitglied des Hessischen Landtages, eine stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dr. Litmeyer machte deutlich: „Für die Vermarktung der Produkte ist eine Überprüfung der landwirtschaftlichen Betriebe nach Qualitätsmanagementkriterien von Vorteil.“ Kreislandwirt Norbert Reinhardt mahnte die Praxisnähe der Lösungen an: „Auch für ältere Stallungen und Innerortslagen müssen angemessene Lösungen gefunden werden.“

Dr. Litmeyer führte in der Unterredung aus, dass das seit vergangenem Jahr wirksame Qualitätsmanagement in der Lebensmittelüberwachung nun auch in der Tierseuchenbekämpfung in der Praxis umgesetzt werde. Dies habe umfangreichere Dokumentationen und Überprüfungen in den landwirtschaftlichen Betrieben in Form von Checklisten zur Folge. Daher sei es wichtig, im Vorfeld die Landwirte über die Veränderungen im Tierseuchenbereich rechtzeitig und umfassend in Kenntnis zu setzen. Dabei gehe es zum einen darum, „Ärger im Vorfeld zu verhindern“, aber auch darum, die Gleichbehandlung aller zu überwachenden Betriebe sicher zu stellen.

Die Einführung des Qualitätsmanagements in der Verwaltung ist eine Vorgabe der Hessischen Landesregierung, betonte Dr. Litmeyer. Es gehe nicht darum, heimische Landwirte „zu drangsalieren“. Die umfangreichere Dokumentation erfordere zwar zunächst mehr Arbeit, führe dann aber zu mehr Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit. Karl-Peter Mütze, Leiter des Amtes für den Ländlichen Raum, wies auf die Notwendigkeit hin, dass die Landwirte frühzeitig Hinweise auf die neue Vorgehensweise erhalten sollten.

In der Unterredung im Lauterbacher Veterinäramt wurde unter anderem der Sachverhalt „Cross Compliance“ erörtert. Dies bedeutet: Während bisher bei Regelverstößen im Wesentlichen Bußgelder verhängt wurden, sind demnächst die Prämienzahlungen der EU an das Einhalten von Standards in den Betrieben gebunden. Werden Verstöße festgestellt, sinkt die Prämienzahlung. Dies stößt beim Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Dr. Bernd Stumpf, auf deutliche Kritik. „Das ganze System ist zu komplex.“ Von einer Bestrafung durch Prämienverlust hält er nichts. „Das ist so, als würde man einem Vater statt der Auferlegung eines Bußgelds das Kindergeld streichen, wenn er seinen Sohn im Auto nicht anschnallt“, kommentierte Dr. Stumpf die Verfahrensweise des „Cross Compliance“. MdL Wiegel bat die Behörde, Kontrollen unterschiedlicher Behörden besser aufeinander abzustimmen.

Kreislandwirt Norbert Reinhardt lud Dr. Maria Litmeyer ein, am 26. Februar anlässlich der Ortslandwirte-Versammlung die Neuerungen zu erläutern. Darüber hinaus wurde ein weiterer Termin mit dem Kreisbauernverband vereinbart.

Die Vertreter von Veterinäramt, Kreisbauernverband, Amt für den ländlichen Raum und Kreislandwirt vereinbarten, sich künftig regelmäßig zweimal jährlich zu einem Meinungsaustausch zu treffen.