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Grußwort des Kreistagsvorsitzenden Ulrich Künz zum Weihnachtsfest

23.12.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Kreistagsvorsitzender Ulrich Künz:

Den Blickwinkel ändern

Grußwort zum Weihnachtsfest – „Die Bürger

erwarten zu Recht sachliches Arbeiten“

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

zu Weihnachten wird die Sehnsucht der Menschen nach Harmonie, nach Ruhe und Frieden offenkundig. Es ist das Fest der Freude. Ich weiß, dass auch und gerade zu Weihnachten viele Menschen große Sorgen haben – Angst vor Krankheit, vor Arbeitslosigkeit, Sorgen um die Zukunft der Kinder. Ich möchte Sie alle ermutigen, den Blickwinkel zu ändern und nicht nur das wahrzunehmen, was möglicherweise kommen könnte, sondern auch auf das zu schauen, was erreicht wurde – gesellschaftlich und privat. Denn die Stimmung in unserem Lande ist schlechter als die Wirklichkeit. Das muss anders werden, damit es wieder voran geht, damit es wirklich besser werden kann.

In unserer Demokratie ist in den vergangenen fast 60 Jahren Großartiges geleistet worden, von unterschiedlichen Generationen unter unterschiedlichen Bedingungen. Unsere Demokratie und unsere Freiheit sind stabil. Unser soziales Netz ist sicher – es muss aber durch Reformen zukunftsfest gemacht werden. Unsere Wirtschaft ist stark – sie muss aber durch die Verminderung der Abgabenlast wieder die Luft zum atmen erhalten. Das alles sind große aber keine unlösbaren Herausforderungen. Wenn, ja wenn wir den Blick mutig nach vorne – und stolz zurück wenden.

Der Kreistag des Vogelsbergkreises, dessen Vorsitzender ich bin, hat treuhänderisch das Geld des Steuerzahlers im zurückliegenden Jahr gut verwaltet. Große Defizite haben sich erneut im Verwaltungshaushalt aufgetan – nicht, weil schlecht gewirtschaftet wurde, sondern weil die Einnahmesituation durch die Wirtschaftskrise katastrophal ist. Gleichzeitig bin ich froh, dass alle Investitionsmaßnahmen in diesem und auch in den kommenden Jahren ohne Erhöhung der Verschuldung im Vermögenshaushalt verwirklicht werden können. Ich nenne hier nur beispielhaft das größte Schulbauprojekt in der Geschichte unseres Landkreises, die Erweiterung und Integration der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld.

In großer Eintracht hat der Kreistag im Sommer entschieden, dass unser Vogelsbergkreis zu den 69 Landkreisen in Deutschland gehören soll, die sich selbst um die Grundsicherung für Arbeitssuchende kümmern. Dies war eine gute Entscheidung des Parlaments – und die Kreisverwaltung mit Landrat Rudolf Marx an der Spitze wird zeigen, dass mit hohem Engagement tatsächliche Verbesserungen machbar sind. Die Arbeitslosigkeit werden wir im Vogelsbergkreis nicht abschaffen können – aber wir werden in vielen Einzelfällen nach den Prinzip „Fördern und Fordern“ erfolgreich sein. Gerade junge Menschen dürfen nicht von Anfang an in eine „Arbeitslosenkarriere“ hineinwachsen. Wir werden auf der kommunalen Ebene dazu beitragen, dass wieder mehr Vertrauen in die Entscheidungen der Politik entsteht.

Zu dem Vertrauen zählt auch, dass die Bürgerinnen und Bürger zu Recht ein sachliches Arbeiten der Politiker erwarten. Ich wiederhole die Worte, die ich vor Kurzem bei der Einbringung des neuen Haushalts an die Adresse aller Fraktionen gerichtet habe: „Ich möchte die Gelegenheit in der vorweihnachtlichen Zeit nutzen, um uns alle hier in diesem Hause in eine Selbstverpflichtung zu nehmen. Wir alle kennen die prekäre Finanzsituation unseres Landkreises. Dies darf uns jedoch nicht dazu verleiten, uns in Grabenkämpfe zu verstricken. Gerade WEIL die Lage so außergewöhnlich schlecht ist, erwartet die Bevölkerung von uns, dass sich die demokratischen Parteien um einen Konsens bemühen. Das heißt natürlich nicht, auf Streit verzichten zu müssen. Aber dieser Streit sollte in Stil und Methode erkennbar den Respekt vor dem anderen deutlich machen. Ich bitte Sie daher um Sachlichkeit und den Verzicht auf persönlich verletzende Äußerungen. Ich würde mich freuen, wenn Sie meinem Rat folgen könnten – und dies nicht nur zur Weihnachtszeit.“

Ihnen, verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, danke ich für all Ihr ehrenamtliches Wirken, ob in Verein, Partei oder Kirche, für Ihre Verlässlichkeit in Familie und Gesellschaft. Das sind die Grundlagen, die unser Gemeinwesen stabil machen.

Ich wünsche Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten und ein erfolgreiches, gesundes und friedfertiges neues Jahr.

Ihr

Ulrich Künz

Vorsitzender des Kreistages des Vogelsbergkreises