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Staatssekretär Krämer zu Gast in Lauterbach - Vorbereitungen für Arbeitslosengeld II im Vogelsbergkreis gelobt

20.12.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Information des Hessischen Sozialministeriums.

 

Optionsmodell:

Landesregierung zeichnet Modellkommunen aus

Staatssekretär Krämer lobt Motivation und Vorbereitungen im Vogelsbergkreis

Wiesbaden/Lauterbach. Der Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, Gerd Krämer, hat heute mit einem Besuch im Vogelsbergkreis seine Informationsreise durch die 13 hessischen Kommunen fortgesetzt, die am Optionsmodell Hessen teilnehmen und ab dem kommenden Jahr die Trägerschaft für das neue Arbeitslosengeld II und damit die Zuständigkeit für die Betreuung sowie Vermittlung der Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt übernehmen werden. Im Rahmen dieser Besuche werden die Kommunen offiziell als Teilnehmer am Experiment ausgezeichnet, an dem sich bundesweit 69 Kommunen beteiligen und bei dem Hessen eine Spitzenposition einnimmt. In allen anderen Regionen der Bundesrepublik übernimmt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Verantwortung für diese Aufgabe. Im Landratsamt in Lauterbach überreichte Gerd Krämer das Schild „Optionsmodell Hessen“ an Landrat Rudolf Marx im Beisein des Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel.

Zugleich macht sich der Staatssekretär bei seiner Reise durch die Kommunen ein Bild über den Stand der Umsetzung der Option vor Ort. „Land und Kommunen arbeiten bei diesem Projekt von höchster Priorität eng zusammen. Die Landesregierung unterstützt die Durchführung des Optionsmodells nach allen Kräften. Wir wollen im Interesse der betroffenen Menschen gemeinsam mit den 12 Modellkreisen und der Stadt Wiesbaden unter Beweis stellen, dass die kommunale Ebene aufgrund ihrer Erfahrungen und Strukturen der Hilfe sowie ihrer Nähe zu den Menschen am besten geeignet ist, um Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bringen“, erklärte er. Vergangene Woche habe der Landtag das Hessische Ausführungsgesetz für die Sozialhilfereform verabschiedet. Somit seien die landesgesetzlichen Grundlagen geschaffen, damit die Reform pünktlich zum 1. Januar 2005 starten könne. Hessen liege im Bundesvergleich bei den Vorbereitungen vorn und sei bestens gerüstet.

„Der Vogelsbergkreis hat nicht nur ein schlüssiges Konzept für die Durchführung der Option vorgelegt, er gibt auch bei den Vorbereitungen zur Verwirklichung ein hervorragendes Bild ab“, fasste Krämer seine Eindrücke zusammen. Es seien alle Voraussetzungen geschaffen worden oder noch im Entstehen, um erfolgreich das Optionsmodell in die Tat umzusetzen. Der Kreis habe bei der Berufsqualifizierung und Arbeitsvermittlung von Sozialhilfeempfängern in den vergangenen Jahren nachhaltige Erfolge erzielt. „Dies sorgt für eine hohe Motivation, die bei allen Beteiligten vor Ort zu spüren ist. Hier ist der Ehrgeiz, der Wille und der Anspruch vorhanden, die neue Herausforderung zu meistern und unter Beweis zu stellen, dass man es am besten kann.“

Durchdacht sei die gewählte Organisationsform. Die Vogelsberger Kommunale Vermittlungsagentur wird zunächst in den Räumen der Sozialämter in Alsfeld und Lauterbach untergebracht. Ab 2006 werden alle Abteilungen im dann renovierten, ehemaligen Landratsamt in Lauterbach konzentriert. „Hier erfolgt dann nicht nur die Bearbeitung der Anträge auf Geldleistungen, sondern es wird Hilfe aus einer Hand geboten“, lobte der Staatssekretär.

Um eine bestmögliche Betreuung und Vermittlung der Hilfesuchenden zu gewährleisten, habe der Kreis ein Fallmanagement-Konzept vorgelegt. „Das Ziel heißt Arbeitsaufnahme. Um es zu erreichen, sollen persönliche Ansprechpartner, so genannte Fallmanager, die Langzeitarbeitslosen intensiv beraten, mit ihnen eine individuell zugeschnittene Eingliederungsvereinbarung abschließen, die konkrete Hilfsangebote und Pflichten aufzeigt, und deren Einhaltung kontrollieren“, erläuterte Krämer. Im Rahmen des Fallmanagements sollen andere vorhandene soziale Dienste wie Sucht- und Schuldnerberatung, Wohnungsvermittlung, Kinderbetreuung und Erziehungshilfen eingebunden werden. Der Leiter des Amtes für Soziale Sicherung, Werner Köhler, hob hervor, in der Kreisverwaltung herrsche „Aufbruchstimmung“. Das Team zur Bewältigung der neuen Aufgabe sei hoch motiviert, stellten Landrat Marx und Köhler fest.

Der Staatssekretär wies darauf hin, dass der Vogelsbergkreis bereits umfassende Erfahrungen in der Vermittlung, Betreuung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen aufweisen könne. Für die Akquise von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, die Vermittluing sowie den Abbau von Vermittlungshemmnissen wurde 1998 die „Job-Coaching-Stelle“ eingerichtet. Darüber hinaus existiert seit 2001 eine Job-Agentur als gemeinsame Anlaufstelle des Kreises und der Agentur für Arbeit. Beim Programm VOBI (Vogelsberger Beschäftigungsinitiative) wurde durch Lohnkostenzuschüsse die Beschäftigung von Personen mit Vermittlungshemmnissen gefördert. Unter der Überschrift „pro-AZUBI“ wurden Beihilfen bei betrieblicher Ausbildung gezahlt. Gemeinsam mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft wurde die berufliche Integration von Sozialhilfeempfängerinnen vorangebracht. Auf dem Gebiet der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen erzielte auch die Neue Arbeit Vogelsberg gGmbH als kirchlich-kommunale Gesellschaft Erfolge. “Auf diesen umfassenden Erfahrungen, gewachsenen Strukturen und Kooperationen kann nun aufgebaut werden“, so Krämer.

An dem Optionsmodell in Hessen nehmen die Stadt Wiesbaden und die Landkreise Main-Kinzig, Main-Taunus, Fulda, Odenwald, Marburg-Biedenkopf, Hochtaunus, Vogelsberg, Hersfeld-Rotenburg, Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und Rheingau-Taunus teil.