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Aufruf der Gleichstellungsbeauftragten Emmermann zum Welt-Aids-Tag - Scharfe Kritik an Sex-Tourismus

30.11.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Mit dem Aufklären und dem

Warnen nicht nachlassen“

Gleichstellungsbeauftragte Emmermann ruft anlässlich

des Welt-Aids-Tages zu erhöhter Wachsamkeit auf

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreisausschusses, Kreisbeigeordnete Sylke Emmermann, hält es anlässlich des heutigen „Welt-Aids-Tages“ (1. Dezember) für notwendig, gerade in den Schulen wieder verstärkt auf die Gefahren der Immunschwäche-Krankheit Aids hinzuweisen. Emmermann beklagt, es habe sich „wieder zu sehr sexuelle Freizügigkeit und damit Nachlässigkeit breit gemacht“. Dies sei ein erhebliches Risiko gerade für junge Mädchen und Frauen. Das Bewusstsein dafür, dass diese Krankheit – in manchen Ländern der Dritten Welt Haupttodesursache bei jüngeren Menschen – nach wie vor unheilbar sei, müsse wieder geschärft werden. „Wir dürfen in Verantwortung für die nachwachsende Generation nicht mit dem Aufklären und Warnen nachlassen“.

In ihrem Aufruf begrüßt die Gleichstellungsbeauftragte die gemeinsame Aktion von Hannelore Elsner, Bärbel Schäfer und Sandy. „Wir wissen, was wir wollen: Leben! Lieben! Schutz vor HIV!“ heißt die Kampagne, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Aids-Hilfe e.V. und der Deutschen Aids-Stiftung getragen wird.

Emmermann lobt die „wertvolle und unverzichtbare der Aids-Beratungsstelle in Fulda“, die für die Region zentraler Ansprechpartner für Ratsuchende sei. Emmermann appelliert an Lehrer und Eltern, direkt auf Kinder und Jugendliche zuzugehen und das Thema aus dem Tabubereich heraus zu holen.

In ihrem Aufruf greift Emmermann scharf den „grassierenden Sex-Tourismus“ von deutschen Männern an, der vor allem in armen Ländern in Afrika und Asien seinen Nährboden habe. Gerade dort herrsche sowohl mangelnde Hygiene als auch mangelnde Aufklärung, so dass das Risiko, „mit einem Schneeballeffekt die Infektion ins Land zu holen“, enorm groß sei. Darüber hinaus verurteilt Emmermann aufs Schärfste die Unterstützung der Kinderprostitution durch ihre Inanspruchnahme als „hochgradig verwerflich, gewalttätig und verbrecherisch“.

Die Welt-Aids-Kampagne 2004 steht unter dem Motto „Frauen, Mädchen, HIV und Aids“. In Deutschland leben rund 43.000 Menschen mit HIV, etwa ein Fünftel davon sind Frauen. „Wir müssen alles tun, damit dieser Anteil nicht weiter wächst“, stellt Emmermann heraus. Den größten Anteil der HIV-Infektionen in Deutschland stellen die durch homosexuelle Kontakte zwischen Männern übertragenen Ansteckungen dar. Dies dürfe aber nicht dazu führen, den jungen Menschen Aids als „Randgruppen-Problem“ zu vermitteln. Jeder und jede sei aufgerufen, aktiv aufzuklären und zu warnen – möglichst schon vor den ersten sexuellen Kontakten.