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Gleichstellungsbeauftragte Emmermann warnt vor Chatrooms im Internet - Große Gefahren für Kinder und Jugendliche - Gewaltschutztag am 25. November

24.11.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Große Gefahren für Kinder

in Internet-Chatrooms

Runder Tisch Gewaltschutz tagte auf Einladung

von Gleichstellungsbeauftragter Emmermann

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreisausschusses, Kreisbeigeordnete Sylke Emmermann, hält es anlässlich des heutigen internationalen „Aktionstages gegen Gewalt gegen Frauen“ für notwendig, „dieses Tabu-Thema noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.“ Es gelte ein öffentliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es für Frauen und auch für Kinder die Normalität sein müsse, ein Leben ohne Unterdrückung und Gewalt führen zu können.

In ihrem Appell zum Gewaltschutztag am 25. November wendet sich die Gleichstellungsbeauftragte sowohl an die Frauen im Landkreis, häusliche Gewalt nicht hinzunehmen, als auch an alle Eltern, den Gefahren in den nicht regelbaren Internet-Chat-Rooms zum Schutz der Kinder und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Auf ihre Einladung hin diskutierten im Lauterbacher Landratsamt bereits zum vierten Mal am „Runden Tisch Gewaltschutzgesetz“ Vertreter der Polizei, des Weißen Rings, der Caritas, der Diakonie, des Vereins Hilfe für das verlassene Kind sowie Fachleute aus dem Amt für Familie, Jugend und Sport und dem Amt für Soziale Sicherung über aktuelle Erfahrungen in der Gewaltprävention und der direkten Hilfe für Betroffene.

Jüngste Medien- und Erfahrungsberichte über die Gefahren, dass sich in Chat-Rooms im Internet Jugendliche und sogar Kinder Gefahren der sexualisierten Gewalt unbemerkt von den Eltern ausliefern, war ein zentraler Beratungspunkt der Fachleute im Kreishaus. Sylke Emmermann appellierte dringend an alle Eltern, „extrem aufzupassen, wie schnell sich ihre Kinder mit zwei oder drei Mausklicks in akute Gefahr begeben“. Freier Zugang zu Gewalt, harter Pornografie, das Hineingeraten in Kinderpornografie und Kinderprostitution nähmen in einem beängstigenden Ausmaß zu. Emmermann rät den Müttern und Vätern dringend, „genau hinzuschauen, welche Fenster im Internet da alle geöffnet sind“ und mit ihren Kindern zu reden. „Das muss auch ein Thema für alle Elternabende sein“, forderte Sylke Emmermann.

Um die Gefahr von Gewalt und Gewaltbereitschaft deutlich zu senken, führen Kreisverwaltung, Schulen, Kindergärten und die Polizei unterschiedlichste Präventionsprojekte durch. Sehr erfolgreich ist das Theaterprojekt „Hände weg von Julia“, das bereits viermal in acht Gemeinden des Kreises für Eltern und Grundschulkinder gezeigt wurde. Experten von Polizei und Jugendamt stehen hier mit Rat und Tat zur Seite.

Das Theaterstück „Gewalt ist doof“ wird sich demnächst ebenfalls an Schüler und Eltern wenden, um die Gewaltschwelle in den Schulen anzuheben. Emmermann lobte das langjährig äußerst erfolgreiche Projekt des Polizeipräsidiums „Schule machen ohne Gewalt“ (SMOG) und die gute Zusammenarbeit in diesem Bereich. Karl-Heinz Hofmann vom Polizeipräsidium Osthessen wies auf die Verzahnung von SMOG und dem Projekt „Faustlos“ hin, das kürzlich in etlichen Kindergärten des Kreises gestartet wurde (wir berichteten). Es hat zum Ziel, Kinder möglichst frühzeitig daran zu gewöhnen, den anderen zu achten und Konflikte friedlich auszutragen. Emmermann wünscht sich, dass sich Erzieherinnen in allen Kindertageseinrichtungen zur „Faustlos-Trainerinnen“ zertifizieren lassen.

Heinrich Waldeck von der Polizeistation Lauterbach regte in der Runde an, die Kenntnis über alle Aktivitäten im Gewalt-Präventionsbereich besser zu bündeln. Möglicherweise bietet hierfür das Internet eine gute Möglichkeit zu zeigen, was von Seiten der Polizei, der Schulen, der Kindergärten, des Jugendamtes und der Fachstelle für Frauen und Kinder in Not geleistet wird.

Auf die besonderen Herausforderungen für Alleinerziehende bei der Arbeitssuche wies in der Runde Werner Köhler, Leiter des Amtes für Soziale Sicherung hin. In der Zuständigkeit der Vermittlung und Beratung für Langzeitarbeitslose ab Januar kommenden Jahres würden vier Teams gebildet, von denen sich eins ausschließlich um Alleinerziehende und beispielsweise um die Beseitigung von Hemmnissen für eine Arbeitsaufnahme kümmern werde.