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Uni Gießen forscht im Vogelsbergkreis: Wie sieht es mit der Beteiligung von Frauen in der Politik aus?

19.11.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Frauen- und regionalpolitisch

höchst interessante Forschung“

Universität Gießen führt Projekt „Beteiligung

von Frauen“ im Vogelsbergkreis durch

VOGELSBERGKREIS ( ). „Beteiligung von Frauen in politischen und gesellschaftlichen Gremien im ländlichen Raum“ – so lautet der Titel eines Forschungsprojekts, das die Justus-Liebig-Universität Gießen unter anderem im Vogelsbergkreis durchführt. Den Stand der gegenwärtigen Erhebungen und die weiteren Vorhaben erläuterte kürzlich Diplom-Ingenieurin Andrea Soboth dem Vogelsberger Landrat Rudolf Marx und der Gleichstellungsbeauftragten Sylke Emmermann. Beide halten das Projekt sowohl in frauen- als auch regionalpolitischer Hinsicht für ein „höchst interessantes Forschungsvorhaben“. Es gehe nicht „nur“ um Beteiligung, sondern vor allem auch um das Nutzen „kreativer Ressourcen“ der weiblichen Bevölkerung. Nach dem „grünen Licht“ des Landrats, wird nun der Vogelsbergkreis als „Beispielsregion“ näher untersucht. Das Forschungsprojekt wird vom Hessischen Wissenschaftsministerium gefördert.

Eine erste flächendeckende Bestandsaufnahme auf Landesebene ist bereits erfolgt: nur etwa 30 Prozent der politisch Engagierten sind Frauen – bei den „Funktionsstellen“ deutlich weniger. Das Team von Professor Dr. Siegfried Bauer aus dem Fachbereich Agrarwissenschaften (Projekt- und Regionalplanung) möchte mit Hilfe von Fragebögen und vertiefenden Interviews in den Gremien und Fraktionen und in ausgewählten Gemeinden die Motivationslage und mögliche Hemmnisse für eine Beteiligung von Frauen heraus finden. Sylke Emmermann erhofft sich in jedem Fall „mehr Ermutigung für Frauen“ als Ergebnis des Projekts.

Die Agraringenieurin Andrea Soboth vom Institut für Agrarpolitik wies auf die Bedeutung für die Entwicklung des ländlichen Raums hin. Mit gesicherten Daten der Forschung könne es erleichtert werden, Frauen gezielt in die Regionalentwicklung einzubinden. Sie verwies auf einen engen Dialog mit der Regionalentwicklungsgesellschaft Vogelsberg Consult GmbH, auf die LEADER-Programme und die Qualifizierungsoffensive sowie auf die Diskussion des „Gender Mainstream“, der auch Teil des Leitbilds der Kreisverwaltung sei, hob Kreisbeigeordnete Emmermann hervor.

Der Fragenbogen, der sich an männliche wie weibliche Abgeordnete gleichermaßen wendet, hat unter anderen die Gesichtspunkte: Parteiverbundenheit, Gestaltungswunsch, Spaß, berufliche Entwicklung, Anerkennung, persönliche Weiterentwicklung und die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zum Inhalt. Darüber hinaus wird auch die Vereinbarkeit von Politik, Beruf und Familie abgefragt. In den vertiefenden Interviews wird es dann vor allem um die Motive für Engagement und die Fragen nach Konfliktlinien gehen. Welche politischen Ziele gibt es? Schließlich wird dann gezielt nach der Meinung gefragt, warum Frauen im politischen Feld bisher deutlich unterrepräsentiert sind.

 

 

Der Vogelsbergkreis ist Beispielsregion für ein Forschungsvorhaben der Universität Gießen: Beteiligung von Frauen in politischen Gremien im ländlichen Raum. Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Sylke Emmermann (links) und Landrat Rudolf Marx ließen sich im Lauterbacher Kreishaus von Dipl.-Ing. Andrea Soboth das Projekt erläutern.

Bild: Vogelsbergkreis