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Erste Vogelsberger Ausbildungsmarktkonferenz in Romrod - STARegio-Projekt Teil des nationalen Pakts für Ausbildung

12.11.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Ausbildungsmarkt: „Wir müssen

unsere Kräfte bündeln“

Ausbildungsmarktkonferenz der Vogelsberg Consult –

Landrat Marx wirbt bei Vertretern der Wirtschaft um Unterstützung des STARegio-Projektes

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Aussage des Geschäftsführers der Kreishandwerkerschaft, Erwin Mönnig, fand die einhellige Zustimmung aller Beteiligten an der ersten Vogelsberger Ausbildungsmarktkonferenz: „Wir müssen unsere Kräfte bündeln.“ Landrat Rudolf Marx und der Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH, Thomas Schaumberg, konnten vor wenigen Tagen Vertreter der Wirtschaft, des Staatlichen Schulamts, der Agentur für Arbeit und der Gewerkschaft auf Schloss Romrod begrüßen.

Ziel der Konferenz war die Information der wichtigsten Partner am Vogelsberger Ausbildungsmarkt über das STARegio-Projekt, mit dem im Vogelsbergkreis im kommenden Jahr 30 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden sollen. Das Projekt ist bei der Vogelsberg Consult GmbH angesiedelt. Projektleiter Harald Finke stellte es eingangs der Konferenz vor.

Die Ausbildungsmarktkonferenz auf regionaler Ebene ist nach Finkes Worten ein zentrales Instrument, um die Sicherung des Fachkräftenachwuchses gemeinsam mit der heimischen Wirtschaft zu forcieren. Thomas Schaumberg denkt an konkrete bilaterale Vereinbarungen zwischen den Marktpartnern. Das STARegio-Projekt ist ein Element des bundesweiten Pakts für Ausbildung. Das Projekt wird vom Bund und von der EU gefördert. „Auch wenn die Ausbildungsdaten für den Vogelsbergkreis besser sind als für das Bundesland Hessen, brauchen wir Unterstützung“, betonte Schaumberg. Für das Gelingen des Vorhabens benötige man beispielsweise Datenmaterial, mit dem nicht-ausbildende Betriebe im Vogelsbergkreis besser identifiziert werden können, denn gerade in diesen Betrieben solle das Gros der zusätzlichen Ausbildungsplätze generiert werden.

Landrat Marx und die Vertreter von IHK und Handwerk waren sich darin einig, dass es auf Seiten der Jugendlichen zu einem „Mentalitätswechsel“ kommen müsse. Die Leistungen seien oft zu schlecht und die Bereitschaft zur Flexibilität zu gering. Darüber hinaus könnten auch die Eltern nicht aus ihrer direkten Verantwortung zur Berufsorientierung ihrer Kinder entlassen werden, betonte der Landrat. „Die Familie muss Grundaufgaben erfüllen“, betonte Marx.

Kreishandwerksmeister Herbert Betz bezeichnete als neues Ausbildungshemmnis die Abschaffung der Meisterprüfung in bestimmten Gewerken des Handwerks. Vormals sei hier ausgebildet worden, „aber da wird dann praktisch gar nicht mehr ausgebildet.“ Landrat Marx nutzte diese Gelegenheit, um den Zweck der Ausbildungsmarktkonferenz deutlich zu machen. „Hier haben wir die Chance, Ausbildungshemmnisse herauszufinden und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie die Steine aus dem Weg geräumt werden können.“

Schulamtsdirektor Christoph Fellner von Feldegg griff die Chance des STARegio-Projektes unmittelbar auf und sagte die Herstellung notwendiger Kontakte zu den Schulen zu. „Damit wird unsere Arbeit, mit der wir immerhin 135 Vogelsberger Schüler und Schülerinnen im Übergang Schule – Beruf begleiten, weitaus effizienter“, freute sich Heike Hohmann. Die Sozialarbeiterin bei der Beratungsstelle B:24, Lauterbach und Alsfeld, verantwortet den Projektbereich „Frühzeitige Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“. Fellner betonte „das gute Einvernehmen“ der beiden Vogelsberger Berufsschulen mit IHK und Handwerkerschaft.

Unterstützung für dieses strategische Ziel erhielt die federführende Vogelsberg Consult GmbH von Kreishandwerksmeister Herbert Betz und dem Ausbildungsberater der IHK Gießen-Friedberg, Günther Lohmann. Während Betz anregte, zusätzlich die Senkung der Durchfallquoten bei der Gesellenprüfung ins Auge zu fassen, betonte Lohmann, dass die Zusammenarbeit mit den Eltern eine ebenso wichtige Rolle für den erfolgreichen Abschluss der Lehre spiele.

Dies unterstützte Henner Conrad vom Verein Hilfe für das verlassene Kind, dem Träger der B:24. Er sprach sich für verstärkte und gemeinsame Anstrengungen bei der Begleitung der Jugendlichen aus. Das berechtigte Prinzip „Fördern und Fordern“ gelte sowohl für die Auszubildenden als auch für die Betriebe.

Die Vorsitzende des DGB-Bezirks Osthessen, Hildegard Maaß, forderte dazu auf, bei dem begrüßenswerten Prinzip „Fördern und Fordern“ nicht in ein „Selektieren“ zu verfallen. Die Jugendlichen von heute seien durchaus nicht „dümmer“, vielmehr seien sie erheblich stärkeren Einflüssen von außen ausgesetzt. Darüber hinaus begrüße sie die Absicht der Vogelsberg Consult GmbH, die Ausbildungsmarktkonferenzen als regelmäßige Veranstaltung zu etablieren, denn andere Regionen hätten mit vergleichbaren Initiativen gute Erfolge vorzuweisen.

Heike Hengster, Teamleiterin des Bereichs Ausbildungsmarktpartner der Agentur für Arbeit in Gießen, kündigte die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit den Verbänden und auch dem Vogelsbergkreis als künftigem Träger der Aufgaben der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen (Hartz IV) an. „Wir haben gemeinsam die jungen Menschen im Blick“, hob sie hervor. Landrat Marx und Werner Köhler, Leiter des Amtes für Soziale Sicherung, in dessen Regie die Kommunale Vermittlungsagentur ab Januar 2005 angesiedelt sein wird, lobten die „hervorragende Kooperation“ mit der Arbeitsverwaltung. Auch Köhler betonte, es sei Begleitung und aktive Betreuung nötig, um erfolgreich in der passgenauen Vermittlung zu sein.