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25 Jahre Jugend- und Elternberatungsstelle des Vogelsbergkreises - 3170-mal individuelle Hilfe

10.11.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: 3170 Familien einfühlsam

und individuell beraten

Jugend- und Elternberatungsstelle des Vogelsbergkreises

besteht 25 Jahre – Zahl der Fälle steigt

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Erziehungsberatungsstelle des Vogelsbergkreises besteht seit 25 Jahren. Darauf macht Landrat Rudolf Marx in einer Pressemitteilung aufmerksam. Die Jugend- und Elternberatung wurde in diesem Zeitraum von 3170 Familien – von Erwachsenen und Jugendlichen – in Anspruch genommen. Und die Zahl der Fälle stieg Jahr für Jahr, erläutert der Jugenddezernent. „Individuelle Beratung stand und steht immer im Vordergrund“, betont Landrat Marx. Es gebe niemals „standardisierte Fälle“, ergänzte der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Sport, Josef Wanke.

Verunsicherung in Erziehungsfragen, Brüche in familiären Entwicklungen, Reizüberflutung durch neue Medien, Probleme bei Trennung und Scheidung, Besuchs- und Sorgerechtsfragen – der Katalog ist groß, mit dem sich die Psychologen und Pädagogen in der Fachberatung beschäftigen müssen. Fast jedes zweite Kind in der Statistik der Erziehungsberatungsstelle sei mittlerweile von Verlust, Trennung oder Scheidung betroffen.

Zunehmend sind es emotionale Probleme bei Kindern und Jugendlichen, die Anlass für Beratungen waren: Störungen des Selbstwertgefühls, emotionale Labilität, depressive Verstimmungen, Verhaltensauffälligkeiten, Leistungsprobleme in der Schule, körperliche Beschwerden ohne Befund, Suizidgedanken, Ängste, Zwänge und Trotz waren am häufigsten der Grund für die Kontaktaufnahme mit der Beratungsstelle, erläutert Diplom-Psychologin Erika Böttcher, Leiterin der Fachberatung. „Das Wichtigste ist der Grundgedanke der Prävention – auch unter dem Aspekt nachhaltiger Kosteneinsparungen“, betonte Böttcher.

Die Erziehungsberatungsstelle hat nach § 28 SGB VIII die Aufgabe, Kinder, Jugendliche und Eltern sowie weitere Erziehungsberechtigte kostenfrei für die Bürgerinnen und Bürger des Vogelsbergkreises bei der Bewältigung individueller und familiärer Probleme zu unterstützen. Die Aufgaben reichen von der präventiven Erziehungsberatung bis zu therapeutischen Hilfen. Unterschiedliche Fachrichtungen und methodische Ansätze ermöglichen stets eine auf den Einzelfall abgestimmte Beratung.

Ein Beratungsfall nimmt unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. Selten ist es mit einer Beratungsstunde getan. Meistens ist eine diagnostische Abklärung und Beratungen über mehrere Monate, zum Teil auch Familien- oder Kindertherapien, notwendig.

Die Beraterinnen und Berater gehen von einem ganzheitlichen Ansatz aus. Geschaut wird nicht nur auf ein aktuelles Symptom – gefragt wird: was sind die zugrunde liegenden Probleme? Eventuell ist dabei die gesamte Familie betroffen und nicht nur ein Familienmitglied. Zwei hochrangige Prinzipien hat die Erziehungsberatungsstelle: erstens Freiwilligkeit. Zweitens: absolute Vertraulichkeit. Dies bedeutet nicht nur Schweigepflicht der Berater, sondern auch, dass alle Daten und Aufzeichnungen nach Beendigung einer Beratung komplett vernichtet werden.

Die Termine werden individuell vereinbart. Die Jugend- und Elternberatungsstelle hat ihren Sitz in Lauterbach in der Rimloser Straße 29, Telefon 06641 / 977-933, erziehungsberatungsstelle@vogelsbergkreis.de. Eine Außenstelle befindet sich in Alsfeld in der Georg-Dietrich-Bücking-Straße 20, Telefon 06631 / 74 398.