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VHS Seminar zu Lessings Nathan der Weise

29.09.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Nathan der Weise – auch heute noch ein Vorbild für gelebte Toleranz?

Ein Seminar der vhs in Lauterbach bietet ab Dienstag, 12. Oktober, 20 Uhr bis 21.30 Uhr die Möglichkeit sich an drei Abenden intensiver mit Lessings Text zu beschäftigen.

Das Thema ist aktuell wie eh und je, denn gerade in der letzten Zeit häufen sich wieder einmal Meldungen, die uns religiöse Konflikte mehr als deutlich vor Augen führen:

· Im Irak werden zwei Franzosen entführt. Die Geiselnehmer drohen mit der Enthauptung der Opfer, wenn der französische Staat nicht das neu per Gesetz erlassene Kopftuchverbot in allen öffentlichen Schulen zurücknimmt.

· Einer Muslimin wird die Verbeamtung als Lehrerin in Deutschland verwehrt, da sie mit dem Kopftuch unterrichten will. Sie klagt dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht.

Immer wieder stoßen wir in unserem Alltag auf die Frage, wie weit religiöse Toleranz gehen sollte: Was ist noch erlaubt und was können wir nicht mehr tolerieren? Darf z.B. eine Nonne in ihrer Ordenstracht unterrichten, eine Muslimin jedoch nicht mit ihrem Kopftuch? Wo setzen wir die Grenzen.

Eine provokante Antwort hierauf finden wir G.E. Lessings Schauspiel „Nathan der Weise“,

das vor über 200 Jahren im Zeitalter der Aufklärung entstand und in dessen Mittelpunkt die Frage nach dem Verhältnis der drei Weltreligionen zueinander steht.

Im Seminar der vhs werden der Autor und die Entstehungshintergründe des Werkes vorgestellt und über das Zeitalter der Kreuzzüge, in dem Lessing den Text angesiedelt hat, informiert. Daneben kann man auch manch Wissenswertes über die drei Religionen, z.B. ihre Speise- und Kleidertraditionen, erfahren. Während der Herbstferien besteht für die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, das Werk im Original oder in einer modernen Kurzfassung zu lesen. An den beiden darauf folgenden Terminen (2. und 9. November) soll dann gemeinsam diskutiert werden, ob die Hauptfigur Nathan der Weise auch heute noch ein Vorbild für uns in Sachen gelebter Toleranz sein kann.

Anmeldungen nimmt die vhs bis zum 5. Oktober unter Telefon 06631 – 792-770 entgegen.