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Denkmalbeirat tagte in Alsfeld - Dieter Dimroth verabschiedet

21.06.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vogelsberger Denkmalbeirat

tagte in Alsfeld

Gelungene Sanierung: Rathaus Alsfeld –

Dieter Dimroth aus dem Gremium verabschiedet

VOGELSBERGKREIS ( ). Zu seiner zweiten diesjährigen turnusgemäßen Sitzung traf sich der Denkmalbeirat des Vogelsbergkreises in Alsfeld und tagte im Sitzungssaal des historischen Rathauses. Es wird möglicherweise seine letzte Sitzung daselbst sein, weil die Stadt Alsfeld demnächst über eine eigene Denkmalbehörde verfügen wird. – Gegenstand der zweiten Sitzung waren verschiedene allgemeine und kreisrelevante Themen; vor allem aber informierten sich die Mitglieder über die Sanierungsmaßnahmen im historischen Alsfelder Rathaus.

Gastgeber war diesmal Bürgermeister Diestelmann, dessen jahrelanges Eintreten für den Denkmalschutz der Vorsitzende des Denkmalbeirates eingangs würdigte. Sodann wurde Herr Stadtbaurat a. D. Dieter Dimroth aus dem Denkmalbeirat verabschiedet. In diesem Gremium ist er seit 1981 als Fachberater und Vertrauensmann tätig gewesen und hat sich große Verdienste in den Bereichen Altstadterneuerung und Stadtentwicklung von Alsfeld erworben. Der Vorsitzende dankte ihm für seine vielen konstruktiven Beiträge im Laufe der Jahre und wünschte ihm für seinen Ruhestand gute Gesundheit. Dipl. ing. Udo Baumann vom Landesdenkmalamt würdigte das scheidende Mitglied mit persönlichen Worten und berichtete von einigen spektakulären gemeinsamen Projekten der Vergangenheit. Herr Dimroth bedankte sich für die guten Wünsche und verabschiedete sich in die Bundeshauptstadt.

Urte Kelm, Leiterin des Kreisbauamts, berichtete kurz über den Stand der Denkmaltopographie des Kreises: Lauterbach ist bearbeitet und soll bald im Druck erscheinen. Als nächste Stadt steht Schlitz auf dem Programm. Hoffen wir, dass für die Fortführung dieses ehrgeizigen Projekts auch weiterhin die nötigen Mittel fließen!

Die Mitglieder des Beirates wurden sodann über verschiedene Tagungen, Seminare, Ausstellungen informiert bzw. darauf hingewiesen. Frau Erika Müller, stellvertretende Vorsitzende des Beirates, berichtete zum Beispiel von einer Tagung über das Thema „Kulturlandschaft“ in Frankfurt. In Anlehnung an die UNESCO- Definition wird Kulturlandschaft definiert als „Naturraum, der unter dem Einfluss des Menschen zum Kulturraum geworden ist“ (weiteste Definition). Die Kulturlandschaft hat eine in sich geschlossene Geschichte, einen Schwerpunkt, besitzt eine besondere Eigenart. Beispiele dafür sind: eine Mühlenlandschaft, eine Fachwerklandschaft, eine Heidelandschaft mit Hermann Löns (!); als kleinste Einheit einer Kulturlandschaft wird ein Friedhof angesehen.

In Hessen zählt gegenwärtig nur der Ballungsraum Rhein-Main als ausgewiesene Kulturlandschaft. Es wird angestrebt, davon einen Kataster zu erstellen. Als digitale Informationsbörse sollen sich alle Interessierten, darunter auch die Denkmalfachbehörden, dann detailliert informieren können. Dabei wird Wert auf die Zusammenarbeit zwischen Bau- und Bodendenkmalpflege gelegt.

Ein interessantes Aperçu aus der Tagung: Prof. Nohl, München, hat Befragungen zur subjektiven Wirkung von Windkraftanlagen durchgeführt und die persönliche Befindlichkeit des Betroffenen erfasst. Ergebnis: Die Bewegung der Anlagen wird als gefühlte Unruhe [und deshalb als unangenehm] registriert.

Zu den Berichts- und Diskussionspunkten gehörten weiter die baulichen Probleme der Lauterbacher Stadtkirche (viele offene Fragen), die Frage eines Parkpflegewerkes für den Schlitzer Schlosspark und der Neubau eines Sekundarstufe-I-Traktes an das alte Gebäude der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld. Hierüber will sich der Denkmalbeirat auch mithilfe eines Modells und unter Hinzuziehung des Architekten bei seiner nächsten Sitzung ein Bild machen und seine Meinung dazu äußern.

Ein zentraler Punkt der Sitzung war dann auch noch die Vorstellung der sukzessiven Sanierung des historischen Alsfelder Rathauses (1993-2003), worüber Herr Hölscher mit einer gelungenen Powerpoint-Demonstration informierte. Hier ist mit viel Liebe zum Detail, mit gehörigem Sachverstand und mit viel Geld unter den gegebenen räumlichen Beschränkungen ein Raumangebot geschaffen worden, das heutigen Ansprüchen gerecht wird, dabei aber die historische Substanz angemessen zur Geltung bringt. Der Denkmalbeirat zeigt sich auch während der Führung vor Ort beeindruckt.