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Gesundheitsamt warnt vor Tuberulose-Infektionsgefahr in osteuropäischen Ländern

21.06.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Gesundheitsamt warnt vor

Zunahme der Tuberkulose

Große Verbreitung in Osteuropa -

Menschenansammlungen meiden

VOGELSBERGKREIS ( ). Auf die erhöhten Risiken einer Infektion mit Tuberkulose in Polen, Tchechien und in den baltischen Ländern macht Dr. Henrik Reygers, Fachbereichsleiter Umwelthygiene und Infektionsschutz beim Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises, aufmerksam. So werde in der April-Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts wurde über das marode Gesundheitswesen Polens und der Tschechei geklagt.

Besonders auffällig sei, dass in den baltischen Ländern Lettland, Estland, Litauen als auch in den anderen östlichen Beitrittsländern die Inzidenz, das heißt die Anzahl der Tuberkulosepatienten teilweise 900 % höher ist als in Deutschland. So beträgt die Rate an TBC-Erkrankungen in Deutschland 9,4 Fälle pro 100.000 Einwohnern, während sie zum Beispiel in Lettland fast 80 Fälle pro 100.000 Einwohner beträgt. Auffällig seien die Ansteckungsraten auch in der Slowakei und in Ungarn.

Als persönlichen Schutz empfiehlt das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises bei Reisen in diese Länder Menschenansammlungen zu meiden. Auch wird empfohlen, bei Einstellung von östeuropäischen Hilfskräften im Haushalt oder der Altenpflege eine Untersuchung auf Tuberkulose durchführen zu lassen.

Durch die erhöhte Mobilität der EU-Neubürger und des Fehlens von Gesundheitszeugnissen und Röntgenbefunden könnten die Infektionen an Tuberkulose schnell vordringen. Erschwerend komme hinzu, dass gerade in den östlichen Ländern eine erhöhte Rate an Multiresistenz bei Tuberkuloseerregern besteht. Dies bedeute, dass durch die unsichere Chemotherapie in diesen Ländern früher wirksame Medikamente nicht mehr verlässlich wirkten. Dies gelte besonders für die baltischen Länder, aber auch für Polen, die Slowakei und Ungarn. Auch Professor Dr. Kurth, Präsident des Robert-Koch-Institutes in Berlin, weise auf die Ernsthaftigkeit der Lage hin.

Eine ähnliche Problematik liege auch bei der HIV-Erkrankung vor. Hier seien jedoch insbesondere Sex-Touristen gefährdet. Besonders beim ungeschützten Sexualverkehr komme es leicht zu einer Übertragung mit HIV-Viren. Neben der HIV-Infektion besteht auch hier eine erhöhte Gefährdung durch Tuberkuloseerreger im Rahmen des engen Kontaktes als auch die Möglichkeit eine Hepatitis B-Infektion, so Dr. Reygers, Fachbereichsleiter Umwelthygiene und Infektionsschutz des Gesundheitsamtes.

Das Gesundheitsamt führt Beratungen zu den Themen Tuberkulose und HIV/Hepatitis B durch. Auch können im Bedarfsfalle Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang weist Dr. Reygers auch auf die ärztliche Schweigepflicht hin, das heißt: festgestellte Auffälligkeiten werden nicht an andere Behörden (Finanzamt, Ausländerbehörde, Arbeitsamt) weitergeleitet.

Weitere Informationen:

http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM

 

 

http://www.eurohiv.org

 

 

http://www.theglobalfund.org

 

 

http://www.eu-kommission.de

 

 

http://www.lungenstiftung.de