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Gesundheitsamt fordert generelles Rauchverbot an den Schulen

04.06.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Gesundheitsamt fordert generelles

Rauchverbot an den Schulen

Immer stärker und immer früher greifen Jugendliche

zur Zigarette – Fast jeder Zweite raucht –

Warnung auch vor „Alcopops“

VOGELSBERGKREIS ( ). Für ein generelles Rauchverbot an den Schulen spricht sich das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises in einer Pressemitteilung aus. Besorgt stellt der Jugendärztliche Dienst fest: Immer mehr und immer früher wird zur Zigarette gegriffen. Dies sei durch Studien belegt. Nicht nur die Raucherecken an den Schulen seien in Frage zu stellen, so Dr. med. Henrik Reygers vom Gesundheitstamt, sondern Sinn mache eigentlich nur ein generelles Rauchverbot an den Schulen – schon allein wegen des Vorbildeffektes. Hinzu kommen müssten Präventionsangebote und Aufklärung.

Reygers verweist auf die dramatischen deutschen Ergebnisse der ESPAD-Studie („Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen“) hin, wonach sich 46,7 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler als Tabakkonsumenten bezeichneten. Fast die Hälfte davon habe mit dem Rauchen vor dem 12. Lebensjahr begonnen. Der Anteil der Raucher bei den 12- bis 14-Jährigen habe sich seit 1995 bundesweit verdreifacht.

Angesichts der wissenschaftlich belegten Schädlichkeit des Rauchens sei es erschreckend, dass 93,7 Prozent der Gymnasiasten den Konsum von wenigen Zigaretten am Tag für nicht gesundheitsschädlich hielten.

Als vorbildlich sieht das Gesundheitsamt das europaweit angebotene Raucher-Präventionsprogramm „Be smart – don’t start“ an, bei der sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 8 verpflichten, ein halbes Jahr nicht zu rauchen, wobei den Klassen, die durchhalten, attraktive Geld- und Sachpreise winken. Dr. Reygers betont: „Allerdings müssen Kinder darüber hinaus bereits an der Grundschule und im Kindergarten über die schädlichen Folgen des Rauchens aufgeklärt werden, denn in der Pubertät sind sie mit Aufklärungskampagnen nur sehr schwer zu erreichen."

Heftige Kritik übt das Gesundheitsamt an der internationalen Filmindustrie, die über „rauchende coole Leinwandhelden“ einen fatalen schädlichen Einfluss auf die leicht beeinflussbaren Jugendlichen ausübe. Laut einer aktuellen Untersuchung seien inzwischen 46 Prozent der Leinwandhelden in US-Filmen Raucher – doppelt so viel wie der Raucheranteil in der US-Gesellschaft.

Eine weitere bedrohliche Entwicklung macht Ärzten und Pädagogen Sorgen: Immer mehr Schülerinnen und Schüler konsumieren „Alcopops“ – Mixgetränke, bei denen der Alkoholgehalt wegen der Süße vielfach unterschätzt wird. Der jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamts regt an, Alcopops wie auch alle anderen alkoholhaltigen Getränke auf Schulveranstaltungen wie Klassenfeiern und Schulfesten generell nicht anzubieten.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind erhältlich beim Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises oder unter der Internet-Adresse des „Deutschen Grünen Kreuzes“ in Marburg

 

 

 

http://www.dgk.de

 

 

 

 

 

oder beim Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung

http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2326_4892.cfm