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Verlässlicher Rat und aktive Hilfe - Jahresbericht 2003 des sozialpsychiatrischen Beratungdienstes im Gesundheitsamt

15.04.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Verlässlicher Rat und aktive Hilfe

für psychisch kranke Menschen

Jahresbericht 2003 des sozialpsychiatrischen

Beratungsdienstes im Kreisgesundheitsamt

VOGELSBERGKREIS ( ). Der sozialpsychiatrische Beratungsdienst im Kreisgesundheitsamt bietet psychisch Kranken und suchtkranken Menschen Hilfe und begleitend Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Krankheit. Auch ihren Angehörigen ist der Sozial-Psychiatrische Beratungsdienst behilflich, die eigene Rolle im Krankheitsgeschehen besser zu verstehen und Handlungsperspektiven daraus abzuleiten. Hierüber informiert Landrat Rudolf Marx im Jahresbericht 2003 des Gesundheitsamtes. Auf der Basis einer psychischen Erkrankung entstandene Notlagen, gravierende Missstände oder soziale Konflikte sind Anlässe, den Beratungsdienst einzuschalten. Zumeist sind es Angehörige, Personen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld, Ärzte oder Behörden, die sich an den Beratungsdienst wenden. Selten sind es die durch ihr Leiden beeinträchtigten Personen selbst.

Psychisch kranke Menschen haben oft ihre eigenen Lebensrhythmen. Sie leben manchmal in einem anderen Bezug zur Wirklichkeit. Je nach Krankheitsbild haben sie mehr oder weniger große Schwierigkeiten, sich in ihrer gesellschaftlichen Umgebung zurechtzufinden. Auch süchtige Menschen sind von Isolation bedroht, wenn das Suchtmittel in ihrem Leben zentrale Bedeutung erlangt hat, während die Folgen des Suchtverhaltens verdrängt werden. Sie ziehen sich, nachdem der Arbeitsplatz verloren ist, die Familie sich von ihnen getrennt hat und die Verarmung nicht mehr aufzuhalten war, schrittweise zurück. Chronisch psychisch Kranke und suchtkranke Menschen verlieren die Fähigkeit, sich in ihrer Lebensführung und den gesundheitlichen Belangen, die notwendigen Hilfen einzuholen. Sie ziehen sich aus dem für sie belastenden Umfeld zurück.

Der Sozial-Psychiatrische Beratungsdienst leistet in diesen Fällen praktische Hilfe und begleitende Unterstützung mit dem Ziel, die Folgen der Krankheit zu mindern und die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Er stellt eine subsidiäre kommunale Hilfe für Menschen dar, die wegen ihres eingeschränkte Hilfesuchverhaltens keinen Zugang zum sozialen und medizinischen Hilfesystem finden, und die wenig kooperationsfähig sind. Der Sozial-Psychiatrische Beratungsdienst versucht zu diesen Klienten Verbindung herzustellen und sie in das primäre Versorgungssystem wieder einzubinden.

Der Sozial-Psychiatrische Beratungsdienst hat sich im vergangenen Jahr um 47 Personen gekümmert. In über 300 Beratungsgesprächen, die vorwiegend telefonisch geführt wurden, wurden Probleme erörtert und Lösungen gesucht. Beratung und Hilfe fanden vorzugsweise auch im Außendienst statt. Hausbesuche sind gut geeignet, um die unmittelbaren Lebensumstände kennen zu lernen und sind oft die einzige Möglichkeit, mit chronisch kranken Menschen in Kontakt zu treten. Etwa 80 Prozent der Klienten lassen sich überhaupt nur über Außendienstaktivitäten erreichen. Besuche im unmittelbaren Lebensbereich ermöglichen zudem eine intensive Betreuung und erhöhen die Bereitschaft, an der eigenen Problematik zu arbeiten.

Deshalb war der Sozial-Psychiatrische Beratungsdienst zu 70 Hausbesuchen unterwegs. 50 Gespräche wurden mit Familienangehörigen und weiteren Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld geführt. Insbesondere chronisch psychisch Kranke und Suchtkranke sind wegen latenter Rückzugstendenzen sehr auf regelmäßige, aktivierende Impulse durch eine vertraute Person angewiesen. Auch zur Vermeidung von Krisen und Rückfällen werden Kontakte über längere Zeiträume aufrecht erhalten. Aus diesem präventiven Ansatz heraus war bei 28 Klienten eine Langzeitbetreuung angebracht. Ungefähr 60 Prozent aller Betreuungsverhältnisse waren langfristig angelegt.

Bei der Suche nach geeigneten Hilfen arbeitete der sozialpsychiatrische Beratungsdienst eng mit allen sozialen Einrichtungen zusammen. So kam es zu 40 Kooperationskontakten, am häufigsten zum Amt für Soziale Sicherung, zu Ärzten und zu vormundschaftsgerichtlichen Betreuern.

Beim sozialpsychiatrischen Beratungsdienst können Ratsuchende erfahren, welche Hilfen möglich sind und welche Einrichtungen diese Hilfen erbringen. Außerdem werden Auskünfte über regionale und überregionale Selbsthilfegruppen erteilt. Zu diesem Zweck werden ständig aktualisierte Listen über Selbsthilfegruppen, Psychotherapeuten und Ärzte geführt. Auch über entsprechende Angebote in den angrenzenden Kreisen und Städten liegen Verzeichnisse vor.

Bei Problemen infolge einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung kann sich jeder kostenlos unter

Telefon 06641/977-196

Hilfe im sozialpsychiatrischen Beratungsdienst holen. Die Hilfe und Beratung ist vertraulich.