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Landrat Marx: Gesundheitsamt ist wichtiger Dienstleister - Jahresbericht 2003

08.04.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: Gesundheitsamt

ist wichtiger Dienstleister

Jahresbericht 2003: Schutz sicherstellen, zur

Vorbeugung anregen, die Eigenverantwortung stärken

VOGELSBERGKREIS ( ). „Das Gesundheitsamt ist Ratgeber, regt zur Vorbeugung an, hilft dabei, die Eigenverantwortung zu stärken, stellt notwendige Hilfen sicher und trägt auch im Rahmen der Gesundheitsaufsicht zu gesunden Lebensverhältnissen der Bevölkerung bei.“ Diesen Leitsatz stellt Landrat Rudolf Marx dem Jahresbericht 2003 für das Gesundheitsamt voran. Für das Gesundheitsamt bedeute der ständige gesellschaftliche Wandel, sich ständig fachlich, organisatorisch und berufsethisch aktiv mit seiner Funktion auseinander zu setzen. Die Rolle als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger wachse stetig.

„Wir haben ein hochqualifiziertes und schlagkräftiges Team, das sich ständig zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger fortbildet“, unterstreicht Landrat Marx im Jahresbericht. Infolge der Vielfältigkeit der Aufgaben sind im Gesundheitsamt eine Vielzahl unterschiedlicher Berufe vertreten: Ärzte/Ärztinnen verschiedener Fachausrichtung: öffentlicher Gesundheitsdienst, Jugendärztin, Sozialmedizin, Umweltmedizin, ärztliches Qualitätsmanagement, Zahnärztin, Diplom-Pädagoge, Hygieneinspektoren, Arzthelferinnen und Verwaltungsmitarbeiter/innen.

Der Jahresbericht verweist auf vielfältige Bereiche, die in der Verantwortung des Gesundheitsamts liegen: so zum Beispiel der amtsärztliche Dienst, der Gutachten erstellt oder auch der Bereich Umwelt- und Infektionsmedizin. So werden unter anderem Infektionskrankheiten überwacht, die Seuchenabwehr auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes sichergestellt, anlassbezogen Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Schulen und Kindergärten, Sportanlagen, Spielplätze überwacht – Badegewässer werden regelmäßig überprüft.

Am 1. Januar 2003 trat die neue Trinkwasserverordnung in Kraft. Neben verschärften Grenzwerten, die unter anderem den Austausch aller noch vorhandenen Bleileitungen bis zum Jahre 2013 erforderlich machen, ist auch die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser zwingend zu berücksichtigen. Neue Überwachungsaufgaben für die Gesundheitsämter sind hinzugekommen: Neben den zentralen Trinkwasserversorgungsanlagen und Eigen/Einzelwasserversorgungsanlagen sind nun zusätzlich die Hausinstallationen von Einrichtungen, die Wasser für die Öffentlichkeit abgeben, unter besonderer Berücksichtigung der Legionellenproblematik zu überwachen. Dies gilt insbesondere für Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten, Hotels, Sportstätten und Gaststätten.

Im Frühjahr 2003 trat die Infektions-Hygiene-Verordnung für Betriebe der Haarpflege, der Kosmetik, der Fußpflege, das Tätowieren, das Ohrlochstechen und die Schmuckeinbringung in die Haut (Piercing) in Kraft. Die entsprechenden Betriebe werden zur sorgfältigen Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Hygiene verpflichtet. Diese Betriebe wurden zunächst erfasst und werden zurzeit auf die neuen Pflichten hingewiesen und beraten.

Der wichtigen Aufgabe der Schuleingangsuntersuchungen hat sich der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamtes auch im Jahr 2003 intensiv gewidmet. Dies ist nach den Worten der Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Hildegard Schulte, ein wichtiges Instrument, Kommunikation zwischen den einzelnen Einrichtungen zu ermöglichen und für das Kind die möglichst beste Förderung im Dialog mit den Eltern und allen Beteiligten zu erreichen. Im Jahr 2003 wurden 1301 Kinder im Rahmen der Schulanfängeruntersuchung untersucht, zusätzlich 66 Kinder für die Eingangsstufe in Grebenau und Herbstein. Die Untersuchung umfasste alle Kinder des Schulanfängerjahrganges (Geburtsdatum 01.07.96 bis 30.06.97, zusätzlich Antragskinder, geboren bis zum 31.12.97). Neben der körperlichen Untersuchung sowie der Erfassung der psychosozialen und kognitiven Entwicklung erfolgen ggf. Veranlassung weitere Diagnostik/Behandlung durch niedergelassene Ärzte und Fachärzte. Bei Auffälligkeiten werden die Eltern über die Notwendigkeit einer ärztlichen Nachsorge bzw. über pädagogische oder therapeutische Fördermaßnahmen beraten. Es erfolgt außerdem eine Beratung der Schule (z.B. unterrichtsrelevante Besonderheiten des Kindes) – sowie interdisziplinäre Gespräche vor Ort, bei Bedarf auch in Kooperation mit Eltern und Therapeuten. In den vergangenen Jahren mussten bei über 50 Prozent der untersuchten Kinder Auffälligkeiten, insbesondere beim Übergewicht, festgestellt werden. Bei über 40 Prozent wurden konkrete Maßnahmen in den Bereichen Schulberatung, Motorikförderung, Sprachberatung und Ernährungsberatung vonnöten. Dieser Trend hat sich auch 2003 wieder verstärkt fortgesetzt.

Im Jahr 2003 wurden insgesamt 2978 Kinder vom Jugendzahnärztlichen Dienst untersucht. In den Klassen wurde Zahnputzunterricht erteilt und Informationen zur Prophylaxe (Fissurenversiegelung, Fluoridierung) und Ernährnung gegeben. Mit jedem 1. und 2. Schuljahr wurde eine Zahnputzübung durchgeführt, bei der Kinder eine Zahnbürste erhielten. An kleineren Schulen auch in den 3. und 4. Klassen. Die Kinder lernen bei den Untersuchungen spielerisch vorbeugende Maßnahmen zur Vorbeugung kennen.

Im Rahmen der Sportärztlichen Beratung erfolgten 2003 106 Untersuchungen. Das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises ist durch den Landessportbund Hessen 1999 lizensiert worden. Der Personenkreis sind Kinder und Jugendliche und beeinhaltet D- und E-Kader, Taucher sowie Vereinsangehörige und ist für Kreisbewohner unter 18 Jahre kostenfrei. Das Ergebnis der Untersuchung wird bescheinigt, entweder in einem Sportpass oder auf einem Vordruck des Landessportbundes Hessen. Ziel der Untersuchungen ist es, frühzeitig körperliche, aber auch Trainingsdefizite zu erkennen, um dann ärztlich oder von Seiten des Trainers intervenieren zu können.