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Sozialpsychiatrischer Beratungsdienst hilft

18.01.1999 Von: Presstestelle Landratsamt Lauterbach

Ziel: Leben in der Gemeinschaft

wieder möglich machen

Sozialpsychiatrischer Beratungsdienst

des Gesundheitsamtes hilft

VOGELSBERGKREIS ( ). Der Sozialpsychiatrische Beratungsdienst ist eine spezielle Abteilung des Gesundheitsamtes für psychisch kranke Erwachsene und Suchtkranke.

Er ist im besonderen für Menschen zuständig, die das vorhandene Hilfenetz trotz akuten Hilfebedarfs bisher nicht in Anspruch nehmen oder gar verweigern. Ziel der Arbeit - fast 300 Beratungsgespräche wurden 1998 geführt - ist es, die Folgen der Krankheit zu mindern und die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Darauf weist Landrat Lipphardt im Jahresbericht des Gesundheitsamtes hin.

Der Beratungsdienst kümmert sich um chronisch Erkrankte mit eingeschränktem Hilfesuchverhalten, die aus eigener Kraft die erforderlichen Veränderungen nicht einleiten könnten. Deshalb muss der Beratungsdienst auf seine Klienten zugehen. Mehr als die Hälfte aller Klientenkontakte finden ausserhalb der Dienststelle statt.

Chronisch psychisch Kranke leben oft isoliert und zurückgezogen und haben kaum noch Erwartungen an das Leben. In diesen Fällen bemüht sich der Beratungsdienst, Zugang zu ihnen zu finden, ihre inneren Widerstände zu überwinden und ein Milieu zu schaffen, in dem sie sich entwickeln können. Ziel ist ihre soziale und berufliche Rehabilitation. Im Vordergrund steht die Vermittlung in eine geeignete Therapie. Wiederholt ergibt sich aber auch die Notwendigkeit einer Langzeitbetreuung.

Kurzfristige Hilfen reichen in der Regel nicht aus. Damit die Selbsthilfekräfte stabilisiert und Krisen frühzeitig abgefangen werden können, ist es oft erforderlich, die Betreuung über längere Lebensabschnitte fortzusetzen. Jeder fünfte Klient hat seine Probleme aufgrund von Drogenkonsum. In enger Kooperation mit nahezu allen psychosozialen Hilfeeinrichtungen und Ärzten konnte das Hilfenetz ausgebaut und die Angebote optimiert werden.

Beim Sozialpsychiatrischen Beratungsdienst können Ratsuchende erfahren, welche Hilfen möglich sind, und welche Einrichtungen diese Hilfen erbringen. Ausserdem werden Auskünfte über regionale und überregionale Selbsthilfegruppen erteilt. Diese Informationsmöglichkeit wurde von Bürgern, Ärzten, Behörden und Rehabilitationseinrichtungen häufig genutzt.

Interessant ist auch eine weitere vom Beratungsdienst geführte Statistik. Sie lässt erkennen, dass die Zahl der zwangsweise in psychiatrische Krankenhäuser Untergebrachten gestiegen ist, dass vermehrt junge Menschen betroffen sind, und dass überwiegend Männer eingewiesen wurden.