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Jahresbericht 2003 des Amtes für Jugend, Familie und Sport - Landrat Marx: Wir dienen den Interessen der Kinder und Eltern

19.01.2004 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Wir dienen den Interessen

von Kindern und Familien“

Jahresbericht des Amtes für Jugend, Familie

und Sport – Viele Eltern lassen sich beraten

Pflegschaften, Vormundschaften, Beistandschaften

VOGELSBERGKREIS ( ). „Wir schauen genau hin, bewerten jeden Einzelfall, helfen und beraten, damit die Interessen der Kinder und der Familien gewahrt werden.“ Dies erklärt Landrat Rudolf Marx im Jahresbericht des Jugendamtes. Das Amt für Jugend, Familie und Sport führt derzeit 737 Beistandschaften, das sind 57 mehr als zum Berichtszeitpunkt im letzten Jahr. Dabei geht es hauptsächlich darum, den Unterhaltsanspruch von Kindern und Jugendlichen gegenüber den unterhaltsverpflichteten Elternteilen geltend zu machen und die fälligen Unterhaltsbeiträge einzuziehen. Während es sich früher überwiegend um den Personenkreis der Kinder nicht miteinander verheirateter Eltern handelte, hat das am 01.07.1998 in Kraft getretene Beistandschaftsgesetz zunächst die Möglichkeit für alle Kinder allein sorgeberechtigter Elternteile geschaffen. Seit dem 01.04.2002 eröffnete der Gesetzgeber die Möglichkeit der Einrichtung einer Beistandschaft, auch wenn sich beide Elternteile die elterliche Sorge teilen ("gemeinsames Sorgerecht"). Aufgrund dieser Änderung ergibt sich eine weitere Vermehrung der Fälle von Beratung und Unterhaltsdurchsetzung.

Beim Amt für Jugend, Familie und Sport werden zur Zeit außerdem 55 bestellte Vormundschaften, 13 gesetzliche Vormundschaften (diese tritt dann ein, wenn die unverheiratete Mutter minderjährig ist) und 24 Pflegschaften geführt und bearbeitet.

Seit dem Inkrafttreten der Kindschaftsrechtsreform im Juli 1998 kann die Hilfe des Amtes für Jugend, Familie und Sport für Vaterschafts- und Unterhaltsangelegenheiten auf freiwilliger Basis in Anspruch genommen werden. Deutlich gestiegen ist die Nachfrage nach Beratung in Unterhaltsangelegenheiten und nach Informationen über die Rechtslage. Dies beinhaltet eine umfassende Beratung der Elternteile und Neuberechnung des Unterhaltes. Gleiches gilt für die Unterhaltsberatung und –berechnung für junge Volljährige.

Festzustellen ist, dass diejenigen Fälle, die als besonders kompliziert und schwierig zu bezeichnen sind und eine sowohl von Zeitaufwand als auch Qualität entsprechende Arbeitsleistung erfordern, beim Amt verblieben sind. Die Verlagerung der Arbeitsinhalte hin zu qualifizierter Unterhaltsberatung hat ein erhebliches Ausmaß angenommen.

Ausfluss der Gesetzesänderung zum 01.07.1998 ist weiterhin die Möglichkeit, dass beide nicht miteinander verheiratete Elternteile das Sorgerecht für das Kind gemeinsam ausüben können. In diesem Fall ist eine sog. „Sorgeerklärung“ erforderlich, die beim Amt für Jugend, Familie und Sport nach eingehender Beratung abgegeben und beurkundet wird. Es hat sich gezeigt, dass von dieser Möglichkeit in erheblichem Umfang Gebrauch gemacht wird.

Adoptionsvermittlung

Bei der Adoptionsvermittlungsstelle des Vogelsbergkreises sind im Jahr 2003 acht Fälle abgeschlossen worden. In noch laufenden Adoptionsverfahren sind zehn Stellungnahmen abgegeben worden.

Unterhaltsvorschusskasse

Das Aufgabengebiet Unterhaltsvorschuss umfasst neben der Beratung und der Leistungsgewährung an Anspruchsberechtigte auch die Durchsetzung der Unterhaltsansprüche gegenüber den Unterhaltsschuldnern.

Die Zahl der Antragstellerinnen und Antragsteller sowie die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von laufenden Unterhaltsvorschussleistungen ist weiterhin ansteigend. Im Rahmen der Bearbeitung dieses Sachgebietes wurden im Jahr 2003 Leistungen in Höhe von 925.000 € gewährt sowie 235.000 € von den Unterhaltspflichtigen vereinnahmt. Der Vogelsbergkreis ist sowohl an den Ausgaben als auch an den Einnahmen zu je einem Drittel beteiligt.

Sprachintegration

Das Amt für Jugend, Familie und Sport kümmert sich auch um die Integration von jungen Aussiedlern mit Sprachproblemen. Im Jahr 2003 sind für 57 Fälle rund 25.500 Euro ausgegeben worden.