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Landrat und Kreisbrandinspektor loben Einsatzbereitschaft der Amateurfunker bei Katastrophenschutzübung

04.07.2003 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat: Amateurfunk wichtiger

Partner beim Katastrophenschutz

Übung „Schlitzer Flut“ sah den Aufbau eines

Notfunkdienstes vor – Positive Erfahrungen

VOGELSBERGKREIS ( ). „Der Amateurfunk hat sich als wichtiger und hochkompetenter Partner im Katastrophenschutz erwiesen.“ Diese Einschätzung von Landrat Rudolf Marx und Kreisbrandinspektor Werner Rinke bezieht sich auf die Teilnahme von Amateurfunkern aus der Region an der Großübung „Schlitzer Flut“, die kürzlich stattfand (wir berichteten). Marx und Rinke bedanken sich bei den Amateurfunkern für das „außerordentliche Engagement im Interesse der Sicherheit der Vogelsberger Bürgerinnen und Bürger.“

Im Rahmen der durchgeführten Katastrophenschutzübung „Schlitzer Flut“ wurden Funkamateure der Ortsverbände Lauterbach (F 25) und Alsfeld (F 55) eingesetzt. Ausgangslage der Katastrophenschutzübung war, dass durch starke Regenfälle und Gewitter die Flüsse Fulda und Schlitz weit über ihre Ufer getreten sind und so wie im Jahre 1995 Teile der Ortschaften Schlitz, Queck, Rimbach und Pfordt überflutet waren.

Die Katastrophenschutzeinheiten und Feuerwehren müssten ganze Ortschaften evakuieren und Hochwasserschutzmaßnahmen einleiten. Im Rahmen des Übungsszenariums wurde vorgesehen, dass im Bereich Pfordt die gesamten Fernmeldeverbindungen und auch Telefonanschlüsse über einen längeren Zeitraum gestört sind. Aufgabe der Amateurfunkortsverbände war es Funkverbindungen zum Stab HVB, der am Landratsamt eingerichtet war, herzustellen, um den Bürgerinnen und Bürgern des betroffenen Stadtteils Pfordt im Falle von Hilfeersuchen, diese weiterleiten zu können. Die im Katastrophenschutzkalender des Vogelsbergkreises bekannten Amateurfunker wurden über Telefon alarmiert und hatten den Auftrag, entsprechende Funkstellen aufzubauen, eine Meldestelle in Pfordt einzurichten und eingehende Hilfeersuchen weiterzuleiten.

Nach der Alarmierung trafen sich die Funkamateure in Lauterbach am Landratsamt und wurden in die Lage eingewiesen. Sofort begann mit den Aufbauarbeiten von Behelfsantennen, Einrichtung der Meldestelle im Bereich Pfordt.

Man musste feststellen, dass gerade in diesem Bereich Pfordt eine direkte Verbindung nicht ohne Schwierigkeiten möglich ist. Man entschied sich über das im Vogelsberg (Hoherodskopf) fest installierte Relais auszuweichen und weitere Übermittlungswege aufzubauen, diese können zugelassene Funkamateure mit den ihnen zur Verfügung stehenden Frequenzen im Ultrakurzwellenbereich frei wählen. Nachdem die sichere Funkverbindung aufgebaut war, wurde über den Stab die Fertigstellung der Notbetriebsstellen gemeldet.

Nach kurzer Zeit gingen mehrere Hilfeersuchen von Bürgern aus dem Bereich Pfordt an der Meldestelle ein, die einwandfrei und vollständig an den für die Katastrophenschutzleitung zuständigen Stab weitergeleitet wurden.

Für den Vogelsbergkreis war dies der erste Einsatz von Funkamateuren im Bereich des Katastrophenschutzes, der durch das zuständige Fachministerium durch entsprechende Weisungen geregelt ist.

Im Distrikt Hessen und beim Deutschen Amateurradioclub gibt es entsprechende Verbindungsstellen, die sich mit der Thematik Amateurfunk / Notfunk auseinandersetzen. Praktische Einsätze werden in aller Welt von Funkamateuren bewältigt. Auch die Zusammenarbeit mit Funkamateuren, Behörden und Organisationen wurde bei dem Jahrhunderthochwasser im vergangenen Jahr praktiziert und hat sich hervorragend bewährt.

Nach Ende des Einsatzes trafen sich die Beteiligten noch kurz im Landratsamt, um die an der Übung gemachten Erfahrungen auszutauschen. Man war sich einig, dass das eine oder andere verbessert und vorbereitet werden muss und zeigte Bereitschaft auch zukünftig im Rahmen der Allgemeinen Gefahrenabwehr für die Bürgerinnen und Bürger mit dem Hobby-Amateurfunk bei Bedarf zur Verfügung zu stehen.

Im Rahmen des Funkverkehrs der Amateurfunker wird jedes Funkgespräch durch eine Karte bestätigt. Für den Bereich der Übung wurde vom Vogelsbergkreis eine besondere Karte entwickelt, die für jede getätigte Funkverbindung versandt wird.