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Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
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Katasteramt ist Dienstleister für Bauherren und Kommunen

23.12.1998 Von: Pressestelle

Katasteramt ist Dienstleister

für Bauherren und Gemeinden

Zügige Erschließung von Bauland -

Liegenschaftverwaltung digital

VOGELSBERGKREIS ( ). Ein Arbeitsschwerpunkt des Katasteramtes lag auch 1998 wieder in der zügigen Erschließung von Bauland mit Hilfe von Bodenordnungsverfahren, teilt Landrat Lipphardt im Jahresbericht des Katasteramtes mit. In sieben Baulandumlegungen wurden insgesamt 150 neue Bauplätze ausgewiesen, vermessen und berechnet. Das Katasteramt unterstützte hierbei die Gemeinden bei den Erörterungen mit den Grundstückseigentümern und durch Anfertigung aller Unterlagen für die rechtliche Neugestaltung.

Die Aufträge zur Absteckung von Gebäuden vor deren Errichtung und zur Gebäudeeinmessung nach der Fertigstellung lagen in ihrer Summe auf dem Vorjahresniveau. Bei den Teilungsvermessungen war eine erneute Steigerung des Auftragsvolumen von etwa zehn Prozent zu verzeichnen. Die Einnahmen von rund 2,8 Millionen DM für diese Dienstleistungen erreichten Höhe das Vorjahresniveau und sorgten auch wirtschaftlich für eine positive Bilanz des Katasteramtes.

Automatisieres Liegenschaftsbuch

In einer Grundstücksdatenbank werden für alle Flurstücke des Vogelsbergkreis (über 202.000) die Namen der Eigentümer, die tatsächlichen Verhältnisse (Flächengröße, Nutzung, Lage) und Hinweise auf öffentlich-rechtliche Festlegungen (Wasserschutz, Naturschutz, Baulasten usw.) geführt und laufend aktualisiert.

Ein Auszug der Datenbank steht allen Gemeinden als "Sekundärkataster" auf Datenträgern zur Verfügung. Die Gemeindeverwaltungen führen das Sekundärkataster als Datenbank auf eigenen Personalcomputern. Es nimmt turnusgemäß an der Aktualisierung des Liegenschaftskatasters durch das Katasteramt teil.

Automatisierte Liegenschaftskarte ersetzt

herkömmliche Flurkarten auf Zeichenfolien

Die Flurkarten des Katasterkarten wurden in der Vergangenheit auf Zeichenfolien geführt und systematisch erneuert. Die steigende Nachfrage von Gemeinden, Energieversorgern und staatlichen Stellen an Karten in digitaler Form führte zu der Entscheidung, die herkömmlichen Katasterkarten zu digitalisieren und bis zum Jahre 2000 flächendeckend in die Form der Automatisierten Liegenschaftskarte zur Verfügung zu stellen. Diese Umstellung erfordert die Erfassung ca. 1.4 Millionen Kartenpunkten und einen Kostenaufwand von ca. 2,9 Millionen DM. Zur Zeit liegt die Automatisierte Liegenschaftskarte bereits für 61% der Kreisfläche (892 km2) vor und wird in den Katasterämtern mit Grafik -Workstations auf dem neuesten Stand gehalten. Um die Automatisierte Liegenschaftskarte an allen Arbeitsplätze nutzen zu können, wurden die Katasterämtern im Jahre 1998 mit PC ausgestattet und über leistungsfähige Server und struktierte Verkabelungen untereinander und mit der RISC-Workstation in einem Netzwerk verbunden.

Die Automatisierte Liegenschaftskarte enthält alle Informationen der analogen Liegenschaftskarten, jedoch mit wesentlich höherem Komfort. Die Karteninformationen sind in logische Objekte strukturiert, in verschiedenen Folien (Ebenen) abgelegt und gestatten dadurch vielfältige Selektions- und Zugriffsmöglichkeiten.

Auszüge können nun in digitaler oder auf Papier können auf Knopfdruck in vielfältigen Formaten und Strukturen an die Nutzer abgegeben werden. Die objektstrukturierte Ausgabe über eine herstellerunabhängige Datenbankschnittstelle (EDBS) eröffnet dem Nutzer den größtmöglichen Komfort. Sie stellt andererseits die höchsten Anforderungen an das Datenverarbeitungssystem. Kostengünstiger Abgabeformen sind standartisierte Vektor- und Rasterformate ohne oder mit eingeschränkter Strukturierung.

Gutachterausschuß

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte und sonstige Wertermittlungen wurde 1997 dem Katasteramt Lauterbach zugeordnet. Sie führt für den Bereich des Vogelsbergkreises eine Kaufpreissammlung und bereitet die Gutachten und die Festsetzung von Bodenrichtwerten durch den Gutachterausschuß vor. Hierzu wurden im Jahre 1998 rund 1300 Kaufverträge über Grundstücke und Eigentumswohnungen ausgewertet und so erfaßt, daß die Vertragspartner anonym bleiben. Angaben aus dieser Kaufpreissammlung dürfen an Personen mit einem berechtigten Interesse weitergeleitet werden. Die für alle Ortsteile abgeleiteten Bodenrichtwerte sind ohne Einschränkungen zugänglich.