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Amt für Bauen und Umwelt
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Naturdenkmale im Vogelsbergkreis

Naturdenkmale sind markante Einzelschöpfungen der Natur, wie z.B. knorrige Bäume und Baumgruppen, Gesteinsformationen oder auch Gewässer. Sie sind wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit sowie aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen besonders zu schützen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in den vormaligen Altkreisen die Objekte in Naturdenkmalsbüchern aufgelistet. Aufgrund von Neuerungen in der Rechtslage wurden im Vogelsbergkreis im Jahr 1984 per Verordnung 117 Naturdenkmale ausgewiesen, darunter befinden sich u.a. 22 markante Felsformationen und 2 Gewässer. Den Hauptteil machen jedoch knorrige, mächtige und z.T. mehrere jahrhundertealte Bäume (dabei hauptsächlich Linden, Eichen und Buchen) aus.

Um die Entwicklung der einzelnen Objekte zu dokumentieren, wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Kontrollen im Kreisgebiet vorgenommen. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier der Gewährleistung der Verkehrssicherheit. So können an alten Bäumen Kronenteile absterben und mit der Zeit ausbrechen. Besonders gefährlich sind Stammausfaulungen, welche evtl. ein Umstürzen bewirken könnten. So ist hauptsächlich in Ortsbereichen an Strassen, Gebäuden, öffentlichen Plätzen oder z.B. Friedhöfen der Erhaltung der Verkehrssicherung Priorität einzuräumen, was den Einsatz von ent-sprechenden Baumpflegefirmen bedeuten kann. Diese können Rückschnitte im Kronenbereich durchführen, Totholzanteile entnehmen oder Kronensicherungen einbauen. In wenigen Härtefällen können Rückschnitte bis zu 50% erforderlich sein, um ein Umstürzen bei zu großer Kronenlast möglichst zu vermeiden. Trotzdem sind im Lauf der Jahre bei Orkanereignissen verschiedene Bäume umgestürzt bzw. grössere Kronenteile ausgebrochen; z.T. mussten auch Sicherheitsfällungen vorgenommen werden.

In Waldbereichen dagegen wird den natürlichen Zerfallsprozessen möglichst ihr Lauf gelassen. Stehendes und liegendes Totholz bietet Lebensraum für spezialisierte Kleinlebewesen (u.a. Bockkäfer) aber auch Wohnung für z.B. Spechte, Hohltauben oder Fledermäuse.

In den 1990ern wurden für die Pflege von Naturdenkmalen über
100.000,- DM aufgewendet. Eingeflossen sind sind hier auch Beteiligungen von den jeweiligen Kommunen oder Kirchengemeinden.