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Amt für Bauen und Umwelt
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Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft

  • zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
  • wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes, oder
  • wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung erforderlich ist.

Durch Rechtsverordnung der Oberen Naturschutzbehörde werden Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. In einem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern, das Landschaftsbild verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen.

Im Vogelsbergkreis sind derzeit 6 Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen.

Dies sind:

  • Vogelsberg
  • Auenverbund Fulda
  • Auenverbund Kinzig
  • Auenverbund Schwalm
  • Auenverbund Ohm
  • Eisenberg bei Schlitz

Das großflächige Landschaftsschutzgebiet "Vogelsberg" (früher Vogelsberg - Hess. Spessart) wurde 1975 ausgewiesen. Im Vogelsbergkreis liegen die Gemeinden Freiensteinau, Grebenhain, Herbstein, Lautertal, Schotten und Ulrichstein mit Ausnahme der Ortslagen im Geltungsbereich dieses Landschaftsschutzgebietes.

Anders als beim LSG "Vogelsberg" ist bei den Auenschutzgebieten der Schutzzweck enger gefasst und lautet beispielsweise in der Verordnung über das LSG "Auenverbund Fulda":

"Zweck der Unterschutzstellung ist die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie die Sicherung der Fulda einschließlich ihrer Zuflüsse mit ihren durch Überflutung gekennzeichneten Auen als eine für Hessen typische Flusslandschaft. Der Schutz dient insbesondere den im Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser geprägten Lebensgemeinschaften entlang der Gewässer."

 

Abb.-Nr.: 2. "Hochwasser an der Schlitz bei Schlitz im Januar 1995"

Ähnlich lautende Schutzzweckdefinitionen beinhalten auch die anderen Auenverbund-Landschaftsschutzgebiete.

Aus dieser Definition heraus ergeben sich bei den Auenverbundgebieten relativ schmale Schutzgebiete entlang von Bächen und Flüssen. Erhebliche Eingriffe in die Aue, wie z.B. Errichtung baulicher Anlagen, Gewässerbegradigungen, Siedlungsentwicklung, Straßenbau, Entwässerungsmaßnahmen und der Umbruch von Grünland in Ackerflächen, sollen dort unterbunden werden

Abb.-Nr.: 3. "Hochwasser an der Fulda bei Queck im Januar 1995"

Darüber hinaus ist es das Ziel, durch Renaturierungsmaßnahmen wieder naturnahe Gewässerabschnitte herzustellen und die Auen durch die Umwandlung von Ackerland in Grünland bzw. Extensivierung der Grünlandnutzung sowie anderen biotopverbessernden Maßnahmen ökologisch aufzuwerten.

Für den Auenverbund Fulda wurde unter der Federführung des RP Gießen ein Regionales Landschaftspflegekonzept erarbeitet, das eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Entwicklung der Fulda- und Schlitzaue vorsieht. Hierfür werden Gelder aus der Ausgleichsabgabe eingesetzt.