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Medizinische Versorgung: „Der Weg führt zum MVZ“

04.03.2019 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Zahlen und Prognosen in Sachen ärztlicher Versorgung sind bekanntlich nicht die besten: Aktuell haben wir im Kreis noch 65 Hausärzte und damit schon zehn Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Fünf Mediziner suchen zurzeit händeringend eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger – ein schwieriges und ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Was also ist zu tun? Wie kann die ärztliche Versorgung auf dem Land sichergestellt werden? Wie kann es gelingen, jungen Medizinern den Beruf des Hausarztes schmackhaft zu machen?

Möglicherweise durch Medizinische Versorgungszentren, sogenannte MVZ, in denen mehrere Ärzte unter einem Dach praktizieren. Ein solches Modell können nicht nur ich und mein Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak uns sehr gut vorstellen, sondern auch die Vogelsberger Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Das Signal in der jüngsten Dienstversammlung jedenfalls war eindeutig: Die notwendigen Voraussetzungen für die Einrichtung von MVZ sollen geschaffen werden.

Wir arbeiten als Kreis schon länger mit OptiMedis zusammen, einer Hamburger Gesellschaft, die regionale Gesundheitsnetzwerke entwickelt. Diese Gesellschaft hatte vor allem die hausärztliche Versorgung im Kreis untersucht und ihre Ergebnisse in der Bürgermeisterrunde vorgestellt. Tenor des Ganzen: Die Situation verschärft sich zunehmend und die Nachfolgeregelungen sind schlecht. Zudem verwiesen die Experten auf einen grundlegenden Trend im Gesundheitswesen, nämlich weg von der Einzelpraxis und hin zum MVZ.

Wir haben erfahren, dass die jüngere Ärztegeneration nicht unbedingt in die Selbstständigkeit drängt, sondern vielmehr nach Anstellungsmöglichkeiten sucht. Die Zahl der angestellten Ärzte nimmt bundesweit zu, auch im Vogelsbergkreis ist sie von zwei auf 15 Prozent angewachsen. Genau an diesem Punkt sollten wir ansetzen, wenn wir die hausärztliche Versorgung im Vogelsbergkreis sichern wollen: Jungen Ärzten die Möglichkeit bieten, als angestellte Mediziner in einem MVZ arbeiten zu können. Und zwar in einem kommunalen Versorgungszentrum, das vom Vogelsbergkreis und den Kommunen gemeinsam getragen wird.

Damit wir das auf den Weg bringen können, brauchen wir ein Trägermodell. Es geht jetzt darum, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Dann sind wir gerüstet, um im nächsten Jahr eine solche Trägerschaft aus Kreis und Kommunen zu gründen und die Zulassung eines kommunalen MVZ zu beantragen.

Herzliche Grüße

Manfred Görig
Landrat