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Gute Pflege braucht gute Pflegefachkräfte

29.05.2017 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

bei meinem Tag als Pflegehelfer im AWO Sozialzentrum Lauterbach konnte ich vom Frühstück in einer Wohngruppe über eine Hospitation im Ambulanten Dienst bis zur Mittagessenausgabe im Speisesaal und dem Abschlussgespräch des Managements eine Menge ganz persönlicher Eindrücke vom Pflegealltag gewinnen. Mein Eindruck: Dort wird hoch professionell gearbeitet, zugleich mit viel Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen – ohne gute Pflegefachkräfte gibt es keine gute Pflege, das ist mir klar geworden.

Im Frühstücksraum einer Wohngruppe hat mir Wohnbereichsleiterin Diana Richhardt die Tagesroutine erklärt, die viel mit den Mahlzeiten zu tun habe, weil sie dem Tag Struktur geben. Fünf Pflegekräfte und eine Hauswirtschafterin sind es in dieser Wohngruppe, die morgens um kurz nach sechs ihren Dienst beginnen. Sie helfen beim Waschen, Duschen oder Baden und Ankleiden, reichen Medikamente und dann geht es zum Frühstück in den Gemeinschaftsraum.

Zehn der Wohngruppenmitglieder benötigen Unterstützung beim Essen – hier durfte ich helfen und einer Dame ihr Nutellabrot und den Kaffee anreichen, während Kolleginnen an den Frühstückstischen für die gewünschten Aufstriche und Getränke sorgten und mit den Frühstückern plauderten. Es kann schon mal 20 Minuten und länger dauern, bis jemand sein Brot gegessen und genügend getrunken hat. Doch auf das Zeitnehmen beim Essen wird großen Wert gelegt, weil dadurch die Ernährung über eine Sonde vermieden werden kann, erklärt mir die Pflegedienstleiterin Sylvia Motz-Sattler.

Das Angebot umfasst stationäre Pflege, Tagespflege und auch betreutes Wohnen in Apartments und Wohnungen. Einige Bewohner wechseln über die Jahre durch die Betreuungsformen: Am Anfang ist es die Tagespflege, im Laufe der Zeit kommt dann vielleicht das betreute Wohnen in Frage, am Ende dann die stationäre Pflege. Die verschiedenen Angebotsformen ermöglichen es, so lange wie möglich selbstständig leben zu können.

Auch bei Hausbesuchen durfte ich dem Pflegedienstleiter Marco Krohn hospitieren und hatte Gelegenheit zu Gesprächen mit den Menschen. Das war alles sehr aufschlussreich für mich, gerade im Hinblick auf die Diskussion um die Situation in der Pflege. Und die anstehenden Änderungen in der Pflegeausbildung bereiten nicht nur mir Kopfzerbrechen: Die Generalisierung der Pflegeausbildung könnte dazu führen, dass Quereinsteiger nicht mehr zur Altenpflege finden. Wir müssen aufpassen, dass wir diese potenziellen Pflegekräfte nicht verlieren.

Mit freundlichem Gruß

Ihr Manfred Görig
Landrat