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UNSER DORF - Siegerehrung 36. Landeswettbewerb

25.09.2018 Von: Autor: Dieter Graulich

Bürgermeisterin Susanne Schaab zusammen mit Staatsministerin Priska Hinz. Foto: Dieter Graulich

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz im Wartenberg-Oval - Schotten-Wingershausen holte den 3. Platz

Siegerehrung beim 36. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Der ländliche Raum hat Zukunft Wartenberg-Oval/Hessen.

„Unser Ziel ist es alle hessischen Dörfer gut für die Zukunft aufzustellen, damit sie ihren Bürgerinnen und Bürgern eine attraktive Heimat bieten. Wie gut das manchen Dörfern bereits gelingt, hat dieser Wettbewerb gezeigt und ich gratuliere allen Siegerinnen und Siegern“, sagte Umweltministerin Priska Hinz bei der Siegerehrung im Wartenberg Oval bei der Abschlussveranstaltung des 36. Landesentscheides „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018.

Der Name sei Programm! Denn es sei die Bürgerschaft, die den Wert ihrer Gemeinde erkenne und ihre eigene Zukunft und somit die ihres Dorfes in die Hand nehme. Demokratie lebe von gesellschaftlichem Engagement. Und genau hierum geht es bei diesem Wettbewerb. Der Wettbewerb habe in Hessen eine lange Tradition und gehe bis in die sechziger Jahre zurück. Der Wettbewerb biete die Chance, Kräfte und Ideen vor Ort zu bündeln und damit die dörfliche Entwicklung voranzutreiben. Er solle für alle Beteiligten ein Anreiz sein, die Lebensqualität im Dorf zu verbessern und zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen.

So würden in diesem Jahr zum Beispiel Dörfer ausgezeichnet, die mit einem Bürgerfond Menschen in schwierigen Lebenssituationen finanziell unterstützten, oder eine Gemeinde die Obstwiesen pflegt und ganze sieben Hektar Bienenweiden in Form von Blühstreifen angelegt habe. Oder ein Dorf das umweltpädagogische Projekte für Kinder durchführe. „Sie sehen, die Bandbreite des zivilgesellschaftlichen Engagements ist vielfältig“, so Prisca Hinz.

Kassels Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, seiner Behörde obliegt die Durchführung des Wettbewerbes, hatte zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass 116 Dörfer und Gemeinden sich hessenweit an den Regionalentscheiden teilgenommen hätten. 18 davon seien in die Endrunde gekommen und durften auf einen der neun Preise hoffen. Die große Zahl der vielen teilnehmenden Kommunen habe gezeigt, wie wichtig solche Wettbewerbe wie „Unser Dorf hat Zukunft“ für die Motivation und für das Miteinander seien. Der Wettbewerb führe Menschen zusammen, stärke den sozialen sowie kulturelle Zusammenhalt und zeige Perspektiven auf, wie die Zukunft in einem Dorf oder einer Gemeinde erfolgreich gelingen könne.

Gastgeber, Warenbergs Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann meinte, dass bei dem Wettbewerb die Bürger über ihren Ort nachdenken würden. Dabei stellten sie oftmals fest, dass zwar vieles erreicht worden sei, aber man dürfe darauf nicht ausruhen. Bilanz über die Hessenweite Bereisung zog Hiltrud Schwarze, Leiterin der Bewertungskommission beim RP Kassel. Hessen habe als erstes Bundesland 1958 den Dorfwettbewerb flächendecken ins Leben gerufen. Er erfreue sich noch immer großer Nachfrage. Bei der Hessenreise von Süden bis Norden habe die Kommission Menschen getroffen, die vor Eifer und Ideen sprühten, ohne bei ihrer Euphorie zu vergessen, dass jede Anstrengung auch mit Arbeit verbunden sei. Ohne zu vergessen, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden und Kritik zu ernten.

Roswitha Rüschendorf von der Hessischen Akademie der Planung und Forschung im ländlichen Raum wies darauf hin, dass der Wettbewerb ein Baustein einer kommunalpolitischen Nachhaltigkeitsstrategie werden könne. Die breitgefächerten Kriterien mit ihren Indikatoren und das Bewohnerengagement zielten auf die Zukunftsfähigkeit der Dörfer und ihrer Gemeinden. Der Dorfwettbewerb stelle das Bewohnerengagement in den Vordergrund. Es fließe dabei auch die kommunale Unterstützung ein.

Hierzu habe es nicht nur positive, sondern auch negative Kommentare gegeben, wie zum Beispiel: Die Unterstützung der Gemeindeverwaltung hat sich auf die Lieferung der Stellwände beschränkt!

Bei der abschließenden Siegerehrung zeichnete Staatsministerin Hinz die nachfolgenden Dörfer aus:

1. Weimar/Niederwalgern/6.000Euro

2.Bad-Soodern-Allendorf/Orferode/5.000 Euro

3. Schotten/Wingershausen/4.000Euro

5.Neuenstein/Raboldshausen/3.000 Euro

6. Breuberg/Wald-Amorbach/2.000 Euro.

Niederwalgern und Orferode, die beiden Siegerdörfer, werden Hessen im nächsten Jahr beim 26. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ vertreten. Niederwalgern zeichne sich besonders durch sehr vielfältige Aktivitäten aus der Bürgerschaft aus. So sind umweltpädagogische Initiativen vor Ort sehr aktiv, was durch den Naturerlebnispfad, Vogelstimmenwanderungen und Baumschnittkurse deutlich wird. Das Lern- und Experimentierfeld am Walgerbach, der Funpark, die Blühstreifen und das wertvolle Feuchtbiotop und ornithologische Zentrum Martinsweiher machten Niederwalgern zu einem Vorbild für eine nachhaltige Grünentwicklung.

In Orferode sei den jungen Bewohnerinnen und Bewohnern die Pflege der Ortsgeschichte und des Kulturraumes ein wichtiges Anliegen. Der Ort überzeuge durch seine städtebauliche Besonderheit mit Fachwerkhäusern und einer Abfolge von kleinen Plätzen im Ortskern, die alle mit zahlreichen Großbäumen bestanden sind. Der Innenbereich wird geprägt durch Bauerngärten, Staketenzäune und Eisentore während der Ortsrand von Grünland und Obstwiesen gesäumt ist. Sonderpreise gab es für Nüstal-Silges (Beispielhafte Ausrichtung des Mehrgenerationenhauses), Poppenhausen-Gackerhof (Initiative der Klavierwanderungen), Witzenhausen-Ermschwerd (Erhaltung und zeitgemäße Nutzung von Schloss Ermschwerd) und Nidda-Ober-Schmitten (Grüngestaltung im Dorf und der Bezug zur Landschaf-„Wo sich Natur und Industrie versöhne. Sie erhielten je 1.000 Euro Preisgeld. Die Teilnehmer Bad Hersfeld-Kathus, Battenberg-Frohnhausen, Dornburg-Dorndorf, Felsberg-Hilgershausen, Lich-Muschenheim, Modautal-Neutsch, Nieste, Willingshausen-Wasenberg und Wolfhagen-Wenigenhasungen erhielten jeweils eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme am hessischen Landesentscheid.

Die Siegerehrung wurde umrahmt mit Beiträgen vom Chor N-Joy“ Niederwalgern, der Mundarttheatergruppe Orferode, „Museumsdirektor“ Luca Johann Erich Schmidt (Ober-Schmitten) mit einem alten Grammophon, der Weihnachtslieder von den Egerländer Musikanten unter Leitung von Ernst Mosch abspielte, Berthold Horst (Wingershausen) mit dem Gedicht: Linnebaum und der Volkstanzgruppe „Die Nässetaler“ aus Silges. dg