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BETRIEBSBESUCH Wirtschaftsdezernent Dr. Mischak bei Firma Fritz in Herbstein-Stockhausen

04.09.2018 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Zum Ende des Betriebsbesuchs ein Gruppenfoto vor der im vergangenen Jahr neu gebauten Halle (v. l.): Bürgermeister Bernhard Ziegler, Erster Stadtrat Peter Schwan, Wirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak, Andrea Ortstadt (Wirtschaftsförderung Vogelsbergkreis), Juniorchefin Nadine Wahl, Thomas Schaumberg (Vogelsberg Consult GmbH), Firmeninhaber Thomas Fritz und Ehefrau, Gunter Eidmann (Vorarbeiter), Juniorchef Daniel Fritz und Karsten Schrimpf (Meister). Fotos: Gaby Richter, Vogelsbergkreis

Klempnerei, Dach und Fassade, Heizung und Sanitär seit fast 70 Jahren – Facharbeiter und Azubis gesucht

„Im nächsten Jahr werden wir wohl unser 70-jähriges Firmenjubiläum feiern, bis dahin wollen wir die Ausstellung noch umgestalten“, verrät Thomas Fritz beim Durchqueren der Bäderausstellung. Ganz beiläufig erwähnt er das, als er die Besucher durch die Ausstellung im Eingangsbereich hin zu den Büros und schließlich in die Küche führt. Dort kommen dann viele Themen auf den Tisch: Die Firmengeschichte genauso wie die Suche nach Fachkräften, die Zukunftspläne für die Firma und das Standortmarketing für den Vogelsberg.

Auch vom kreisgrenzenübergreifenden Busverkehr ist die Firma betroffen – beziehungsweise davon, dass die Busse eben nicht über Kreisgrenzen hinweg fahren. „Wie soll ein Jugendlicher aus dem Kreisgebiet Fulda zu uns kommen, wenn nicht mit einem Mofa?“, fragt der Firmenchef. „Das ist eine Problematik, die sich schon mehrfach gezeigt hat“, bestätigt Dr. Mischak. Er wolle das mitnehmen, um gemeinsam mit dem Landrat und den Verkehrsgesellschaften nach Lösungen zu suchen.

Aktuell sind bei Firma Fritz zwei Azubis beschäftigt, einer in der Ausbildung zum Spengler, einer zum Heizungs- und Sanitärfachmann. „Wir sind immer offen für Praktikanten und Ferienjobber“, erzählt Thomas Fritz, „vor Kurzem hatten wir einen 17-jährigen Syrer zum Praktikum hier, der war sehr interessiert und hat alles förmlich aufgesaugt.“ Generell wünsche er sich eine frühere und intensivere Berufsorientierung noch während der Schulzeit und kritisiert schlecht vorbereitete Schulklassen bei Unternehmenspräsentationen. Die Suche nach Fachkräften gestalte sich schwierig, daher wolle man gerne mehr ausbilden – doch leider habe man in diesem Jahr gerade einmal zwei Bewerbungen erhalten.

Die Belegschaft zählt heute 18 Köpfe, darunter auch Minijobber und Teilzeitbeschäftigte. Hinzu kommen noch vier Leiharbeiter, die zur Unterstützung bei Großaufträgen im Sanitärbereich hinzukommen. Der Betrieb wächst seit seiner Gründung in 1949 kontinuierlich, besonders seit den 1990er Jahren. Der Großvater Karl Klippert hatte als klassisches Reparaturunternehmen begonnen bevor 1974 Kurt Braun, Schwiegervater des heutigen Inhabers, Dach- und Klempnerarbeiten hinzufügte und die ersten Mitarbeiter anstellte. Seit den 1980er Jahren hat sich der Schwerpunkt mehr und mehr auf die Ausführung von Klempnerarbeiten aller Art – wie die Rinnenmontage oder Kamin-, Dach- und Fassadenverkleidung aus Metall – verschoben.

1990 verabschiedete sich Thomas Fritz von seinem Beamtenjob im technischen Dienst der Deutschen Bahn, um mit 30 Jahren noch einmal die Schulbank zu drücken und die Gesellenprüfung zum Gas-Wasser-Installateur und anschließend noch die Meisterprüfung zu absolvieren – „das war schon eine spannende Zeit“, sagt er rückblickend. 1994 übernahm er dann die Firmenleitung, „heute sind wir eines der größten Fachbetriebe für die Ausführung von Bauklempner- und Spenglerarbeiten im Raum Vogelsberg und Fulda“. Projekte aus jüngerer Zeit sind beispielsweise die Fassaden des Amtsgerichts und der Firma Reifen-Brod in Lauterbach wie auch die Gasstation Rixfeld oder die Heizungs- und Sanitärarbeiten in den Seniorenheimen Freiensteinau, Grebenau und Herbstein.

Blech- und Fassadenarbeiten machen heute einen Großteil der Aufträge aus, Tendenz steigend. Die Firma Fritz steht bei den Heizungs-Sanitärarbeiten für Neubau, Erneuerung und Wartung von Heizungsanlagen für Gewerbliche und Private Kunden, Badplanung, -neubau und –renovierungen – inklusive Kunden- und Notdienst. Im Bereich der Klempnerarbeiten sind es unter anderem die Dach- und Fassadenverkleidung aus Metall, die in vielen ansprechenden Farben, Designs und Materialien ausgeführt werden können, sowie die Rinnenmontage und Wartung. Außerdem kann man über die Homepage www.sanitaer-fritz.de und den Link zu „Bestell-dein-Blech.de“, Bleche zur Selbstmontage online zeichnen und bestellen.

So kam es dann auch zum Kontakt mit der Wirtschaftsfördergesellschaft des Kreises, als 2002 zwei große Maschinen zur Blechbearbeitung angeschafft werden sollten. Im vergangenen Jahr schließlich investierte die Firma noch einmal in größerem Umfang und baute die neue Halle, in die auch die beiden Maschinen inzwischen umgezogen sind. Auch dabei konnte die Firma auf die Beratung und Unterstützung durch die Vogelsberg Consult GmbH zählen und erhielt entsprechende Fördermittel.

Die Aussichten sind vielversprechend, denn die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Sowohl der Sohn Daniel Fritz, Klempnermeister, als auch Tochter Nadine Wahl arbeiten mit großem Engagement im Familienbetrieb und wollen die Firma in eine erfolgreiche Zukunft führen. Selbstbewusst und heimatverbunden, arbeiten und leben sie gerne im Vogelsberg. „Wir müssen an einer positiveren Darstellung arbeiten, hier ist das Leben noch lebenswert“, sagen sie. Und deshalb haben sie auch mitgewirkt und „Ja“ gesagt, als es darum ging, „echte Menschen“ der Region für die neue Internetseite www.vogelsberg.de zu porträtieren – Reinschauen lohnt sich.

Wirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak (vorne re.) im Gespräch mit Bürgermeister Bernhard Ziegler (Mitte) und Juniorchef Daniel Fritz (li.) während der Besichtigung der neu gebauten Halle.