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Erich Ruhl-Bady, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
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Bergmähwiesen im Vogelsberg – was ist so besonders daran?

14.08.2017 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Dr. Jens Mischak (rechts) informiert sich über die Vegetation auf einer Bergmähwiese bei Ulrichstein-Feldkrücken. Von links: Joachim Schönfeld (Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum) , Anja Püchner (Leiterin des AWLR) und Ruben Max Garchow (Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg). Foto: Erich Ruhl-Bady

Landwirtschaftsdezernent Dr. Mens Mischak: Die Hälfte aller hessischen Bergmähwiesen befindet sich bei uns – Aktiver Artenschutz – Hervorragende Kooperation mit der Initiative NÄHE IST GUT

  • Die Bergmähwiesen haben in Bezug auf den Artenschutz und die Biodiversität eine nationale Bedeutung. Die Bergmähwiesen  die von Ulrichstein bis fast nach Storndorf anzutreffen sind, gehören zum europäischen Schutzgebietsnetz  „Natura 2000“
  • Begriffsdefinition: Natura 2000: Biotopverbundnetz ausgewiesen von der EU, um die Vielfalt an Arten und Lebensräumen Europas zu sichern. Für den Vogelsberg sind dies ca. 55.000 ha Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet, davon: ca. 6.000 ha FFH-Flächen im Offenlandbereich im Vogelsberg
  • Im Vogelsberg gibt es ca. 1.000 ha Bergmähwiesen die gleichzeitig prägend für die Kulturlandschaft sind. Die Bergmähwiesen im VB umfassen ca. 50 % der Vorkommen in Hessen und ca. 3,5 % in Deutschland. Die Zuständigkeit für die Offenland-FFH-Gebietsbetreuung / die Bergmähwiesen sowie den Vertragsnaturschutz obliegt dem Amt für Wirtschaft und den Ländlichen Raum, Sgb. Landschaftspflege, Forsten und Naturschutz
  • Es handelt sich hier auch um einen Schwerpunktförderraum des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg
  • Seit 2008 gibt es die FFH-Gebietsverordnung des Landes Hessen, in der die Gebiete mit ihrer Schutzwürdigkeit und den Ausweisungsgründen festgehalten worden sind
  • Eine Bergmähwiese ist das Ergebnis einer extensiven Bewirtschaftung der Wiesen durch die Landwirtschaft: relativ späte Mahd / wenig bis kein Stickstoffdünger (traditionelle Heuwiesen).
  • Es handelt sich um eine Grünlandfläche, die durch große Anzahl von blühenden Kräutern und Gräsern gekennzeichnet ist (z.B. Wiesenglockenblume, Weicher Pippau, Goldhafer, Knöllchensteinbrech, schwarze Teufelskralle, vereinzelt Kugel-Teufelskralle, Trollblume (auch Klotzblume genannt)  und Waldstorch-schnabel. Hier konnt auch die Orchideenart Berg-Waldhyazinthe vor.
  • Die Wiesen im NSG Melgershain stellen einen repräsentativen, hochrangigen Landschaftsraum der Berg-Mähwiesen am Rande des Hochplateaus und des Oberwaldes dar, in dem große Grünlandflächen mit einer hohen Artenausstattung vorhanden sind. Im westlichen Teil dieses Gebietes gibt es zahlreiche Quellbäche der Sausel und Rauchel die dann in die Ohm mündet.
  • Mit insgesamt ca. 20 ha Berg-Mähwiesen im NSG, hiervon 2,4 ha im hervorragenden Zustand, Borstgrasrasen und weiteren Lebensraumtypen, sowie der wertvollen Artenausstattung, insbesondere Rotmilan, Neuntöter und Rhön-Quellschnecke, zählt dieser Komplex „Am Melgershain bei Feldkrücken“ zu den hochwertigsten im Vogelsberg.
  • Die weiteren umgebene Wiesenlandschaft ist reich strukturiert durch lineare Gehölze (Hecken) feuchter und frischer Standorte, Bäche, Quellen und Einzelbäume
  • Damit stellt der vorgestellt Offenland-Bereich eine typische Vogelsberglandschaft von hohem landschaftlichem Eigenwert dar

 

www.bergmaehwiesen.de

Der Bergmähwiesenpfad

 

Bericht vom Bergmähwiesenfest am 18. Juni 2017

 

Um was geht es dem Vogelsbergkreis und der Initiative NÄHE IST GUT ?

 

  • Die Bergmähwiesen und deren Artenvielfalt der Öffentlichkeit vorstellen
  • Natur- und Landschaftspflege bürgernah kommunizieren
  • Bewusstsein für die Zusammenhänge von Landbewirtschaftung und Kulturlandschaft sowie die Bedeutung der Schutzziele herausstellen.
  • Informationen zu den mit der Bergmähwiesenbewirtschaftung verbundenen Tierhaltungen über Bienenhaltung, Schafhaltung, Rinderrassen geben.
  • Akzeptanz in der Öffentlichkeit und bei den Bewirtschaftern schaffen und den Dialog intensivieren
  • Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe über Nutzungsvereinbarungen sowie Agrarumweltmaßnahmen fördern und sichern
  • Verknüpfung von Tourismus, Wirtschaftsförderung, Landwirtschaft, Naturschutz und damit Natura 2000 in die wirtschaftliche Entwicklung der Region integrieren.
  • Regionale Verwurzelung betonen – das schafft Identifikation. Viele Lebensräume sind durch menschliche Kulturtätigkeit/Bewirtschaftung erst entstanden
  • Zusammenhänge darstellen, die den Menschen etwas wert sind, wie Gemeinsamkeit, Zukunft oder Zugehörigkeit und/oder Sympathieträger wie die Arnika oder die Türkenbundlilie (Wappenblume des Vogelsbergs), besetzen Begriff FFH-Gebiet/Bergmähwiesen positiv

 

NÄHE IST GUT


„Nähe ist gut“, die Nachhaltigkeitsinitiative der Unternehmen Schwälbchen, Hassia, REWE und Licher. Sie fördert seit über 5 Jahren diejenigen, die sich für die Natur- und Soziale-Projekte in unserer Region engagieren. So auch den Bergmähwiesenpfad in Grebenhain-Herchenhain.

Großes Medieninteresse auf der Herchenhainer Höhe. Das Regenwetter kann die Besonderheiten nicht verbergen.

Der Bergmähwiesenpfad, der mit Unterstützung der Initiative NÄHE IST GUT enstanden ist, findet das Interesse der Medien.

Gemäht wird eine Bergmähwiesen mit ihrer Artenvielfalt nur ein- oder zweimal im Jahr.

Informationen zum Projekt Artenschutz/Bergmähwiesen auf der Herchenhainer Höhe durch von links Anja Püchner (Leiterin des Amtes für Wirtschaft und den ländlichen Raum), Bürgermeister Sebastian Stang, Vizelandrat Dr. Jens Mischak (Dezernent für Wirtschaft und Landwirtschaft) und Günter Berz-List (Vorstand Schwälbchen AG).

Auch bei Regenwetter verliert die besondere Schönheit der Natur auf der Herchenhainer Höhe nichts vom ihrem Reiz.

Pralle Artenvielfalt.

Rundblick, Schönwetterversion. Alle Fotos: Erich Ruhl-Bady