Kontakt
Erich Ruhl-Bady, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341 Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 977-5 333

Positive Bilanz der Vogelsberger Initiative "Gesicht zeigen gegen Gewalt"

29.08.2011 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

29. August 2011.

Die Initiative „Gesicht zeigen gegen Gewalt – Vogelsberg weltoffen und tolerant“ wurde zu Beginn des Jahres 2001 von 12 namentlich benannten Personen gegründet. Damals ging eine Welle fremdenfeindlicher Gewalt durch Deutschland und auch im Vogelsbergkreis wurden rassistische und rechtsextreme Vorfälle bekannt.

Nach dem Vorbild der in Berlin gegründeten Bewegung „Gesichtzeigen“ fand die Vogelsberger Initiative schnell breite Unterstützung quer durch alle Bevölkerungsgruppen, Parteien und Weltanschauungen. In offenen Treffen wurden Ziele diskutiert und Aktionen beschlossen, die sehr viel Aufmerksamkeit und Anklang fanden. Die Zahl der namentlichen Unterstützer stieg innerhalb weniger Wochen und erreichte einen Stand von fast 400.
Durch die aktive und kostenlose Mitarbeit von Designern und Druckereien war es möglich, mehrere Plakatmotive kreisweit zu verbreiten, die teilweise bis heute an öffentlichen Stellen sichtbar sind.

Landrat Rudolf Marx übernahm die Schirmherrschaft. Alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises schlossen sich als offizielle Unterstützer der Initiative an.

Tatkräftig und dauerhaft organisiert wurde „Gesicht zeigen“ vor allem durch die Volkshochschule (Hans-Günter Oer), durch das Dekanat Vogelsberg (Dr. Volker Jung) und das Pfarramt Lauterbach der Kath. Kirche (Pfr. Heinrich Schäfer). Zahlreiche jüngere und ältere Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich aktiv in Diskussionen, bei Informationsständen und beim Verteilen von Plakaten.
Öffentliche Unterstützung, Zusammenarbeit und finanzielle Förderung erfuhr die Initiative auch durch regionale Banken und Firmen, Sportvereine, Schulkonferenzen und Zeitungsredaktionen.

Zu den Aktivitäten zählten unter anderem: Seminare „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“, Anzeigenserien in der Tageszeitung, Aufbau und Pflege einer Webseite, Begegnungen zwischen Christen, Muslime, Juden in der Region, offenes Eintreten gegen Werbeaktionen der rassistischen NPD, Ausstellungen und ein Video-Wettbewerb.

Für die Leistungen im Jahr 2033 erhielt die Initiative den mit 2.000 Euro dotierten Preis für Engagement und Zivilcourage im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“.

Die ständige und enge Kooperation mit dem Jugendamt des Vogelsbergkreises mündete in dem mehrjährigen Projekt „Vielfalt tut gut“.

Die Gründer der Initiative sind nach mehr als 10 Jahren der Auffassung, dass „Gesicht zeigen“ eine positive und nachhaltige Wirkung in dem Bemühen um „Toleranz und Demokratie“ erzielt hat.

Sie beenden die Initiative und setzen darauf, dass das Prinzip „Wehret den Anfängen“ auch künftig in der Region von vielen Bürgern aktiv gelebt werden wird.

Noch vorhandene Spendengelder wurden treuhänderisch dem Jugendbildungswerk übergeben und werden dort im Sinne der Initiative verwendet.