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Hochmoor "Breungeshainer Heide" wird renaturiert

02.11.2017 Von: Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg

Die Renaturierungsarbeiten haben begonnen.

Führungen an drei Terminen: FR, 3.11., SA, 11.11., und MI, 15.11.

Für Hessen ist das Hochmoor in der Breungeshainer Heide von ganz besonderer Bedeutung, denn neben dem Roten Moor in der Rhön ist es eines der beiden Hochmoore in Hessen. Mit dessen Renaturierung leistet das Naturschutzgroßprojekt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und zum Erhalt des europaweit geschützten Lebensraums. Intakte Moore sind nicht nur wertvolle und seltene Biotope, sondern speichern durch stetiges Wachstum sehr viel CO2, damit leisten wir im Vogelsberg auch einen Beitrag für den Klimaschutz.

Zur Information und Aufklärung zu den Arbeiten bieten die Projektmitarbeiter drei Führungen im Rahmen der Moorrenaturierung an. Treffpunkt ist der Parkplatz Niddaquelle direkt vor dem Moor.

Termine:

  • Freitag, 03.11.2017 von 14 bis 15 Uhr
  • Samstag, 11.11.2017 von 14 bis 15 Uhr
  • Mittwoch, 15.11. 2017 von 14 bis 15 Uhr

Seit dem Frühjahr 2016 ist das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg dabei, die Wiederher-stellung des Hochmoores in der Breungeshainer Heide detailliert zu planen. Es wurden Methoden und Erfahrungen anderer Projekte ausgewertet, um die bestmögliche Heran-gehensweise für unser Moor zu finden. In mehreren Workshops wurden mit Behörden, Interessensvertretern, Planungsbüros und Moorexperten des ZUK - Zentrum Umwelt und Kultur Benediktbeuern vor Ort nochmals alle Parameter analysiert und eine Strategie entwickelt, wie man den Lebensraum Moor wieder zu neuem Leben erwecken kann.

Grundwassermessungen und Abflussbeobachtungen wurden durchgeführt und bestätigten die Vermutung, dass die Entwässerungsgräben noch immer ihre Funktion erfüllen, jedoch auch noch Reste eines intakten Hochmoores vorhanden sind. Die einhellige Meinung: Man kann dem Moor helfen. Das Zauberwort heißt „Wiedervernässung“.

Nach der langen Planungsphase kann es nun Anfang November an die Umsetzung gehen. Mit einem speziellen Moorbagger sollen innerhalb von drei Wochen Spundwanddämme quer zur Abflussrichtung in die Entwässerungsgräben in den Moorkörper eingebracht werden. Der Bagger übt durch seine breiten Ketten in etwa so viel Druck pro cm² auf den Untergrund aus wie ein 80 Kilo schwerer Mensch. Er kann deshalb auch in den nassen Bereichen des Moores fahren ohne zu versinken. Durch seine Bauweise wird die sensible Moorvegetation geschont und nennenswerte Schäden minimiert.

Um den Wasserhaushalt auf Dauer zu stabilisieren werden ca. 50 Dämme aus langlebigem Stahl eingebracht. Der Anstieg des Wasserspiegels wird dazu führen, dass die Bäume und Sträucher, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ins Moor eingewandert sind langsam zurückgedrängt werden. Auch das Pfeifengras, das auf die unbeständigen Wasserstände hinweist, wird nach und nach an die Ränder des Moores gedrängt. So wird im Kern wieder Platz für die kleinen, lichtliebenden Arten wie die Moosbeere, das Wollgras und natürlich die Torfmoose. 

Als Baumeister des Moores benötigen Torfmoose keine Wurzeln. Sie wachsen beständig nach oben, während sie unten absterben und zu Torf werden. Auch das Wollgras, das mit seinen weißen Fruchtständen schon von weitem zu erkennen ist, profitiert von Maßnahme und wird sich über das ganze Moor verteilen. Seine Wurzeln geben dem Moorkörper halt und es schützt die Torfmoose durch den höheren Wuchs vor Austrocknung.

Erste Spundwanddämme wurden errichtet.

So sehen Torfmoose aus.