Kontakt
Erich Ruhl-Bady, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341 Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 977-5 333

Katharina Alt will hoch hinaus

19.09.2017 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Katharina Alt lernt Zimmerin und zeigt am Stand des Lehrbauhofs Lauterbach Landrat Görig, dass sie richtig gut mit Holz umgehen kann. Foto: Galle-Schäfer

Junge Frau aus Rebgeshain lernt Zimmerin / Höhenangst kennt sie nicht

Als kleines Kind hat sie schon Vogelhäuschen aus Holz gebaut, künftig will sie die „richtigen“ Modelle angehen: Katharina Alt aus Rebgeshain lernt Zimmerin. Und das aus gutem Grund, wie die junge, zierliche Frau auf der Ausbildungsmesse in der Alsfelder Hessenhalle erzählt: Ihr Vater Willi nämlich führt einen Zimmerbetrieb in dem Ulrichsteiner Stadtteil, übernommen einst von seinem Vater. Nun ist auch Tochter Katharina mit ins Geschäft eingestiegen – vor wenigen Wochen als neue Auszubildende.

Katharina lernt zu Hause, im Familienbetrieb. „Das hat Vorteile“, erzählt die junge Frau, wenn sie nämlich nach Feierabend noch Fragen hat, dann kann sie sich jederzeit an den Vater wenden, der hilft ihr gerne. In einem fremden Betrieb wäre das wohl nicht so einfach. Aber: „Nach der Lehre gehe ich auch mal weg“, kündigt sie an. Dann möchte sie auch gerne den Techniker oder Meister machen, vielleicht sogar studieren.

Bis dahin aber dauert es aber noch ein wenig – zunächst geht es erst einmal „nur“ bis nach Lauterbach. Auf den Lehrbauhof. Und der ist selbstverständlich auf der Ausbildungsmesse, die das Kommunale Jobcenter nun schon zum zwölften Mal in Alsfeld veranstaltet hat, vertreten. Neben vielen jungen Männern arbeitet Katharina Alt – natürlich in den typischen Zimmermanns-Klamotten, also Cord-Hose und Weste – am Stand des Lehrbauhofs mit. Seit zwei Wochen ist sie in Lauterbach und hat „schon Muskeln bekommen“, wie sie schmunzelnd zugibt. „Da braucht man echt viel Kraft“, sagt die Rebgeshainerin, das war schon erst einmal eine Umstellung. Bedenken, der körperlichen Arbeit auf den Baustellen auf Dauer nicht gewachsen zu sein, hat die junge Frau nicht. „Balken tragen muss ich nicht mehr“, lacht sie, dafür gibt es den Kran oder andere Hilfsmittel. Und überhaupt: „In einer Zimmerei braucht es Teamarbeit“, wenn es zu schwer wird, helfen die Männer eben mit.

Dann wäre natürlich noch die Frage nach der Höhenangst zu stellen. „Die hab ich nicht“, lacht die junge Handwerkerin. Schon als Kind ist sie auf Bäume geklettert – auch um ihre Vogelhäuschen aufzuhängen. In Zukunft wird Katharina Alt richtige Dächer, sogar Häuser bauen. Und das macht für sie den Reiz des Berufs aus : „Das, was man macht, kann man später sehen.“ Irgendwann wird sie durch Vogelsberger Dörfer fahren und sich sagen, dieses Dach ist von mir, und jenes Dach habe ich gezimmert. Da bleibt etwas, was mit den eigenen Händen geschaffen wurde, lange erhalten. Das wäre bei ihrem alternativen Berufswunsch schwieriger geworden: „Früher wollte ich Konditorin werden…“

Und was sagen die Eltern zur Berufswahl ihrer Tochter? „Mein Vater ist total stolz“, erklärt Katharina Alt. „Und meine Mutter natürlich auch, sie unterstützen mich sehr.“