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Gut leben im Vogelsbergkreis - Seniorenbeirat tagte

05.09.2017 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vorsitzender Dr. Bernd Liller, Hans Dieter Herget und Seniorenbeauftragte Rosemarie Müller (von links) können zufrieden sein: In den Dörfern und Städten im Vogelsbergkreis funktioniert die Seniorenarbeit. Foto: Sabine Galle-Schäfer/Vogelsbergkreis

Angebote der einzelnen Gemeinden im Seniorenbeirat vorgestellt / Dorfgemeinschaft funktioniert noch

Auch im Alter lässt es sich im Vogelsberg gut leben. Dieses Fazit zumindest lässt sich nach der jüngsten Sitzung des Kreisseniorenbeirates ziehen, in der Vertreter aus nahezu allen Städten und Gemeinden die Angebote in ihren Kommunen vorstellten. Zum einen gibt es eine ganze Reihe von Vereinen und Initiativen, die sich um die Belange älterer Menschen kümmern, zum anderen funktioniert Nachbarschaft insbesondere in den kleinen Dörfern noch hervorragend, da hilft man sich einfach gegenseitig. „Wir haben alles, was wir brauchen, das Mehrgenerationenhaus, die Nachbarschaftshilfe“, stellte denn auch Franz Preuß aus Romrod fest und Ewald Hofmann aus Schwalmtal ergänzte: „Man kennt sich untereinander, man hilft sich gegenseitig, wir haben die Nachbarschaftshilfe und wir achten aufeinander.“

In den meisten Kommunen gibt es eine als Verein eingetragene Nachbarschaftshilfe, die im Notfall einspringt und Senioren unterstützt – etwa bei Krankheit oder nach einem Unfall. Aber auch andere Vereine und Organisationen  engagieren sich in der Seniorenarbeit. Da werden informative Vorträge angeboten oder Fahrten organsiert. Die Kirtorfer etwa waren gerade eine Woche in Österreich, die Schlitzer eine Woche in der Heide und im Herbst steht noch eine achttägige Flugreise an. Senioren aus Schotten waren am Main – 500 Leute in zehn Bussen. Im Oktober geht es dann noch einmal für fünf Tage nach Bamberg. Mit an Bord ist dann sogar eine Krankenschwester.

Apropos Busfahrt: Nach dem verheerenden Busunglück vor wenigen Wochen mit 18 Toten hat sich Peter Krug (Gemünden) die Frage nach der Sicherheit bei einer solchen Reise gestellt. Gibt ein Busfahrer vor Reiseantritt Sicherheitstipps? Könnten vielleicht ein Vertreter der Feuerwehr oder des DRK mitfahren, die den Senioren im Notfall aus dem Bus helfen? „Ich würde mein Sicherheitskonzept gerne einmal hier vorstellen“, bot der Gemündener an. Der Vorschlag wurde von den anderen gerne angenommen, in der nächsten Sitzung wird Peter Krug seine Überlegungen präsentieren.

Eine der nächsten Sitzungen soll übrigens nicht wie üblich im Kreishaus stattfinden, sondern beim Seniorentreff in Schotten. Den gibt es bereits seit 45 Jahren, die regelmäßigen Veranstaltungen werden in der Regel von 50 bis 60 Personen besucht, das Angebot ist sehr breit gefächert, das wollen sich die Mitglieder des Kreis-Seniorenbeirates unbedingt ansehen.

Für eines der nächsten Treffen in Lauterbach ist ebenfalls  eine Neuerung geplant: Norbert Kratz aus Mücke hat sich nämlich mit den Fahrplänen für die Anruf-Linien-Taxen (ALT) befasst – gerade für Senioren durchaus eine Alternative zum Bus. Das ALT kostet genau so viel wie ein Busticket, will man sich nach Hause fahren lassen – etwa nach dem Einkaufen – ist das gerade einmal 1,50 Euro teurer, erklärte Kratz und schlug vor: „Für eines unserer nächsten Treffen sollte es Bedingung sein, dass alle mit dem ALT kommen.“

Und schließlich gibt es noch eine gute Nachricht aus dem Gremium: Für sogenannte Nachbarschaftsquartiere gibt es im Vogelsbergkreis so gut wie keinen Bedarf. Dabei soll es darum gehen,  in einem überschaubaren Raum, dem Nachbarschaftsquartier eben, wieder einen vertrauteren Umgang zu pflegen. Das aber funktioniert im ländlichen Raum noch weitgehend. In Homberg allerdings, so Manfred Vogel, „stirbt die Innenstadt mehr und mehr aus“. Da könnte sich das Problem stellen, dass ältere Menschen vereinsamen und keine sozialen Kontakte mehr haben. In Alsfeld und Lauterbach soll der Bedarf ebenfalls abgefragt werden, kündigte Vorsitzender Dr. Bernd Liller an. „Die Anonymität wächst mit der Höhe der Stockwerke“, sagte Liller mit Blick auf Hochhaussiedlungen. „Solange hier in den Dörfern noch Vereine aktiv und lebendig sind, wird das unproblematisch“, in den Städten hingegen „besteht eher ein Ansatz, Leute ins Gespräch zu bringen“.