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Vogelsberggarten Ulrichstein ist Hort für heimische Flora und Fauna

16.06.2017 Von: Dieter Graulich

Vorsitzender Edwin Schneider mit der neuen Schatzmeisterin Carolin Immel, dem ausgeschiedenen Rainer Schleuning und Geschäftsführer Richard Golle. (von rechts)

Ulrichstein. Eine der Hauptaufgaben des Vogelsberggartens ist es, der Artenvielfalt der Heimischen Flora und Fauna einen Hort zu geben und sie darzustellen. Geschäftsführer Richard Golle wies in seinem Geschäftsbericht bei der Jahreshauptversammlung des „Verein der Freunde und Förderer des Vogelsberggarten e.V.“ im Innovationszentrum auf die Themenbeete für Pflanzengemeinschaften mit besonderen Ansprüchen hin. So das Habichtskräuterbeet, das Goldhaferbeet, ein Beet mit montanen Hochstauden, das Borstgrasrasenbeet und ein Glatthaferbeet.

Ein Schmuckstück sei der traditionelle Bauerngarten, für den zwei neue Patinnen gefunden wurden und der jetzt wieder so richtig „erblühe“. Die Wirkung der Kräuter werde im „Heilkräutergarten“ in der Burg erklärt. Weitere Themen des Vogelsberger Kleinodes seien der Successionswald, der  Getreide und Hackfruchtacker, Hutungen, Steinriegel, Schneitelbäume und alte Obstbaumsorten für hohe Lagen.

Im Vorjahr wurde der Vogelsberggarten in das Förderprogramm für Biodiversität aufgenommen und erhielt daraus 8.400 Euro. Das fünfjährige Programm wurde in diesem Jahr leider auf 6.500 Euro gekürzt. Die willkommene finanzielle Unterstützung wird unter anderem für den Bau dreier Hochbeete zur Anzucht der selten gewordenen Blumen und Kräuter genutzt. Ein besonderes Beet entsteht in einem Gartenteich für Pflänzchen wie den Sumpfmauerpfeffer und ein Großbeet wird für seltene Gehölze wie Wildbirne, Haferschlehe, Ulme und andere angelegt.

In seinem Bericht wies Golle weiter darauf hin, dass auf dem Baueracker im Vorjahr Flachs angebaut, auf traditionelle Art geerntet und beim Adventsmarkt im „Museum im Vorwerk“ verarbeitet wurde. Die Schüler der Schlossbergschule Ulrichstein pflanzten und ernteten Kartoffeln sowie Kürbisse und feierten ein zünftiges „Kartoffelfest“. An der „Ernst-Happel-Hütte“ am Bauerngarten wurde ein Erntedankgottesdienst von Pfarrer Manfred Hofmann gehalten.

Im Frühjahr halfen fünf Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan bei der Herrichtung des Bauerngartens und bei Zaun- und Strauchbeseitigungen auf den Hutungen sowie beim Steinelesen auf dem Bauernacker. Für 2017 stehen folgende Aktivitäten an: Es wird wieder ein Kartoffel- und Kürbisprojekt mit der „Schlossbergschule“ geben und auf dem Bauernacker werden verschiedene Getreidesorten wie Dinkel, Emmer, Einkorn, Roggen, Gerste, Hafer, Amarant und Flachs zu sehen sein.

Führungen im Vogelsberggarten von Richard Golle sind am 1. Juli und am 19. August sowie eine Märchenführung am 20. August geplant. Im August soll wieder die Aktion zur Entfernung des Jakobskreuzkrautes sein. Geplant sind auch die Kartoffelerntefeier und der Erntedankgottesdienst.

Wie bereits im Vorjahr angekündigt trat Schatzmeister Rainer Schleuning nach 14-jähriger Amtszeit zurück. Für ihn wurde Carolin Immel gewählt. Vorsitzender Edwin Schneider dankte Schleuning für die Führung der Kassengeschäfte seit der Gründung des Vereines am 7. Mai 2003 und überreichte ein Präsent. Der scheidende Schatzmeister hatte zuvor in seinem Rechnungsbericht einige interessante Zahlen genannt. So habe es seit der Gründung insgesamt rund 46.000 Euro an Spenden gegeben. Hier seien die OVAG Friedberg, die Sparkasse Oberhessen und die Windenergie Hauptsponsoren. An Mitgliedsbeiträgen flossen in dieser Zeit 18.200 Euro in die Kasse.

Derzeit hat der Förderverein 33 Mitglieder. „Es war eine angenehme Zeit“, meinte der scheidende Schatzmeister. Für die ausscheidenden Kassenprüfer Susanne Jost und Otto Kirchner wurden Andreas Clauss und Barbara Sprenger gewählt. Rudolf Frischmuth vom Naturpark „Vulkanregion Vogelsberg“ wies auf den neuen Namen des Naturparkes hin. So sei der „Hoher Vogelsberg“ zur „Vulkanregion Vogelsberg“ geworden. Der Vogelsberggarten schlage jährlich mit Kosten von rund 7.500 Euro an Löhnen und etwas über 1.500 Euro im gärtnerischen Bereich des Naturparkes zu Buche. Dieter Graulich