Kontakt
Erich Ruhl-Bady, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341 Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 977-5 333

Kulturförderpreis des Vogelsbergkreises an Karl Merz und die show and brass band der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld verliehen

13.11.2014 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Von links: Karl Merz, Landrat Görig, Kreistagsvorsitzender Jürgen Ackermann, Andrea Habermann (2. Vors.), Lothar Wiese (1. Vors.) und Karl-Heinz Dechert (Ehrenvorsitzender der show and brass band Alsfeld). Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.

Die Kreistagssitzung in Grebenau begann diesmal mit Kultur: Zum ersten Mal verlieh der Vogelsbergkreis in diesem Jahr einen Kulturförderpreis. Der Preis ging an Karl Merz aus Schotten-Burkhards und an die show and brass band der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld e.V.

Die Vulkansingers - ein Chor, der seine Existenz dem Preisträger Karl Merz verdankt - sorgte für eine wohlklingende Umrahmung der kleinen Feierstunde.

Die Rede des Landrats zur Verleihung des Kulturförderpreises:

Mit diesem Kulturförderpreis will der Kreisausschuss, der die Verleihungsrichtlinien im Juni einstimmig beschlossen hat, besondere künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Musik, der bildenden und darstellenden Kunst, der Literatur und der Heimatpflege würdigen. Der Kreisausschuss hatte sich bei seiner Entscheidung im Sommer von der Überzeugung leiten lassen, dass Kultur und kulturelle Angebote wichtig sind für eine aufstrebende Region. Der Kulturförderpreis soll dazu beitragen, Kultur im Vogelsbergkreis noch sichtbarer zu machen. Mit dem neu geschaffenen Preis soll das Engagement von Kulturschaffenden gewürdigt werden, die mit ihrem Wirken dazu beitragen, dass in der Region kulturelle Angebote vorhanden sind und bleiben.

Kultur ist für jeden Einzelnen wichtig, Kultur steigert die Lebensqualität und sie ist zugleich ein Standortfaktor, der auch Wirtschaft und Tourismus stärkt. Der Kulturförderpreis wurde Anfang September öffentlich ausgeschrieben. Wir waren alle sehr gespannt auf die Vorschläge. In der Nominierungsfrist sind schließlich 8 Bewerbungen für die Auszeichnung eingegangen. Jeder dieser Vorschläge wäre die Ehrung wert gewesen. Die vom Kreisausschuss eigens eingesetzte Auswahljury hat dem Kreisausschuss schließlich nach Abwägung aller Für und Wieder einmütig vorgeschlagen, den Preis auf zwei Preisträger aufzuteilen. Diesem Vorschlag ist der Kreisausschuss in seiner Sitzung im Oktober gefolgt.

Mit dem Kulturförderpreis des Vogelsbergkreises werden in diesem Jahr Herr Karl Merz aus Schotten-Burkhards und die show and brass band der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld e.V. ausgezeichnet. Erlauben Sie mir, Ihnen an dieser Stelle die beiden Preisträger vorzustellen. Herr Karl Merz aus Schotten-Burkhards wurde von den Vulkansingers, die diese Feierstunde heute dankenswerter Weise mit einem Liedbeitrag eingeleitet haben, für die Auszeichnung mit dem Kulturförderpreis vorgeschlagen. Frau Eirich-Krieg, die 1. Vorsitzende der Vulkansingers, die ich an dieser Stelle sehr herzlich stellvertretend für alle mit angereisten Vulkansingers begrüßen möchte, hat den Ehrungsvorschlag eingereicht.

Mit großer Empathie hat Frau Eirich-Krieg die Verdienste von Herrn Merz schriftlich dargelegt, der sein Leben in den Dienst der Chormusik gestellt hat. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Herrn Merz gäbe es die Vulkansingers heute nicht. Dieser Chor verdankt seine wohltönende Existenz Herrn Merz, die die jungen Leute schon als Kinder für das gemeinsame Singen begeisterte. Dass die Sängerinnen und Sänger bis heute bei der Stange geblieben sind, ist sein Erfolg und der Erfolg derer, die von klein auf mit ihm gesungen haben.

Durch sein Wirken hat Herr Merz über Jahrzehnte sowohl dienstlich – Herr Merz war bis zu seinem Ruhestand als Dekanatskantor tätig - als auch ehrenamtlich maßgeblich dazu beigetragen, dass zahlreiche junge Chöre und Posaunenchöre geschaffen worden sind. Er hat zahlreiche Klavier- und Orgelschüler ausgebildet. Damit hat er das musikalische Umfeld nachhaltig lebhaft und modern gestaltet, den Chormitgliedern und Zuhörern eine große Freude bereitet und die Wohltätigkeit nie aus dem Auge verloren.

Herr Merz war ab 1984 im Dekanat Herbstein und schließlich im Dekanat Vogelsberg angestellt. In seiner Arbeit als Dekanatskantor rief er eine Vielzahl von Chören ins Leben: Die Kinder- und Jugendchöre in Nieder-Moos, Crainfeld, Herchenhain und Altenschlirf, die Vulkansingers zunächst als Jugendchor, die Vulkanladies für die Teens, den Posaunenchor Crainfeld und die Vogelsberger Stimmen für die „Älteren“. Herr Merz hat in seiner Arbeit ungezählt vielen jungen Menschen das Singen beigebracht und wenn es anfangs bei den Kleinen die Tonleiter war, die nach der Chorstunde geübt wurde, bis sie klappte.

Er hat das Singen auch denen ermöglicht, die es sich nicht leisten konnten. Er hat Fördermittel herangeschafft oder anderweitig Abhilfe geschaffen, er ist von Haus zu Haus gegangen, um Sänger zu finden. Er hat junge Männer überredet, mitzusingen und Eltern davon überzeugt, wie wichtig das Singen für die Entwicklung ist. Die Chorliteratur ist umfassend und schließt geistliches und weltliches Liedgut ein. Traditionen zu pflegen und offen zu sein für Neues, das war für Herrn Merz nie ein Gegensatz.

Ich will an dieser Stelle die Weihnachtskonzerte in der Nieder-Mooser-Kirche mit über 500 Besuchern je Konzertabend, die Sommerkonzerte in der Region, Fernsehauftritte, Auftritte im Hörfunk, aber auch Auftritte in kleiner Runde, in Alten- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern, auf Weihnachtsmärkten oder bei familiären Anlässen erinnern, die mit dem Namen von Herrn Merz verbunden sind.

Herr Merz, meine Damen und Herren, war weit über seinen Dienstauftrag als Organist der Nieder-Mooser-Kirche und Dekanatskontor sowie seinem schulischen Lehrauftrag musikalisch tätig: Ob technische Stimmbildung in den Chören, ehrenamtliche Arbeit im Nieder-Mooser-Konzertsommer, Begleitung von Auftritten von Kleingruppen der Chöre, musikalische Gestaltung von verschiedenen Anlässen. Orgel- und Klavierunterricht und die Leitung verschiedener anderer Chöre – kurz: Herr Merz war überall dort, wo er gebraucht wurde.

Erzielte Erlöse oder Spenden wurden dabei für den musikalischen Nachwuchs eingesetzt oder auch ganz oder teilweise gespendet an Brot für die Welt, die Kinderkrebsstation Piper oder auch an das Hospiz Bärenherz in Wiesbaden. So hält es Herr Merz bis heute. Die Geldzuwendung, die mit dem Kulturförderpreis verbunden ist, nimmt er nicht für sich persönlich an. Er hat vielmehr in meiner Verwaltung darum gebeten, dass die 1.500 Euro auf das Konto der Vulkansingers überwiesen werden. Dieser Bitte entspreche ich selbstverständlich sehr gerne.

Kulturelle Gemeinschaftsleistung als Verein: über 60 Jahre Tradition

Während Herr Merz für sein Lebenswerk, die Förderung des Chorgesangs, ausgezeichnet wird, steht bei dem zweiten Preisträger die kulturelle Gemeinschaftsleistung als Verein im Mittelpunkt der Ehrung. Die show and brass band der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Alsfeld e.V. kann auf eine mehr als 60-jährige Tradition zurückblicken und zählt im musikalischen und kulturellen Bereich zu den Aushängeschildern der Stadt Alsfeld und des Vogelsbergkreises.

Ich freue, dass mit den amtierenden Vorstandsmitgliedern Herrn Vorsitzenden Wiese, der stellvertretenden Vorsitzenden, Frau Habermann, dem Presseverantwortlichen, Herrn Planz, auch der Ehrenvorsitzende des Vereins, Herr Karl-Heinz Decher, heute nach Grebenau gekommen ist. Herr Decher hat die Vereinsgeschicke von 1984 bis 2012 geleitet und maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Vereinsentwicklung. Ihnen allen an dieser Stelle ein herzliches Willkommen.

Durch viele regionale und europaweite Auftritte hat sich die show and brass band der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld seit den Anfängen in 1951 einen hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Der Verein zählt heute mit 46 aktiven Musikerinnen und Musikern mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren und einem breiten Notenrepertoire zu den erfolgreichsten gemischten Zügen in Deutschland.

Er ist Botschafter der Musik und auch ein hervorragender Gastgeber, wie der Wettbewerb um den Deutschlandpokal beweist, der alle 4 Jahre in Alsfeld ausgetragen wird. Beim letzten Musikfest in 2011 nahmen über 1.980 Musikerinnen und Musiker aus sechs Nationen teil. Die weiteste Anreise hatte das Zentralorchester der Mongolischen Streitkräfte. Die Vorstellung der Musikgruppen auf dem Alsfelder Marktplatz wurde vom Hessischen Rundfunk aufgezeichnet und wird mehrmals im Jahr im Fernsehen ausgestrahlt.

Diese internationalen Musikwettstreite um den Deutschlandpokal mit einer großen Anzahl teilnehmender Amateur- und Militärkapellen aus dem In- und Ausland sind eine wertvolle Werbung für die Stadt Alsfeld und den Vogelsbergkreis. Schon allein durch die Organisation dieser musikalischen Großereignisse hat sich der Verein um die Region verdient gemacht. Hinzu kommt die hohe Qualität der musikalischen Arbeit, die ganz besonderen Respekt verdient.

Die errungenen 15 hessischen und 5 deutschen Meistertitel stehen stellvertretend für diese großartigen Erfolge bei musikalischen Wettstreiten. Herausragende Auftritte in den letzten Jahren waren die Teilnahme an Musikveranstaltungen in der Schalke-Arena vor 25000 Zuschauern in Gelsenkirchen, in Saint-Quentin in Frankreich, Kristiansand in Norwegen und beim „Sankt Gallen Tattoo“ in der Schweiz.

Der Verein widmet sich der Ausbildung, Erziehung und Förderung junger Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker aus dem heimischen Raum. Im Mittelpunkt steht das Erlernen von Blechblasinstrumenten und dem Schlagwerk: Trommeln, Pauken, Becken unter anderen. Als Landrat freue ich mich sehr über diese erfolgreichen Anstrengungen in der Nachwuchsförderung. Dass Sie es immer wieder schaffen, junge Menschen für das gemeinsame Musizieren zu begeistern, zeigt, dass der Verein für die Zukunft gut aufgestellt ist.

Dazu trägt sicher auch bei, dass das Musikrepertoire breit gefächert ist und die Musikform immer wieder an modernere Bedürfnisse angepasst worden ist. Die mit dem Kulturförderpreis verbundene Geldzuwendung soll – wie mir der Vorsitzende der show and brass band, Herr Wiese, versichert hat, für die Jugendarbeit verwandt werden. Dort ist dieses Geld sehr gut angelegt und wird sicher gute Zinsen bringen. Das wiederum dürfte die Sparkasse Oberhessen freuen, die das Preisgeld in 2014 einmalig zur Verfügung gestellt hat.

Für diese Anschubfinanzierung möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bei unserer Sparkasse bedanken. Auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Ausschreibung geben. Die Mittel für den Kulturförderpreis 2015 sind im Haushaltsplanentwurf eingeplant, der im Anschuss von mir im Kreistag eingebracht werden wird. Die Förderung der Kultur – und damit meine ich bürgernahe, bedürfnis- und lebensraumgerechte Kulturförderung - liegt mir am Herzen. Das ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand.

Das hängt nicht zuletzt mit der Erkenntnis zusammen, dass die Lebensqualität der Menschen in hohem Maße von dem für sie erreichbaren Kulturangebot bestimmt wird. In diesem Jahr hat der Kreisausschuss zwei Preisträger ausgewählt, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Musik vorzuweisen haben und sich durch nachhaltiges und beständiges kulturelles Wirken auszeichnen. Für diesen großartigen Einsatz für die Kultur in der Region sagen wir heute mit dem Kulturförderpreis 2014 DANKE.

Über den Köpfen des Kreistags erklangen die Stimmen der Vulkansingers von der Empore.

Bei der Preisverleihung: Gratulation an Karl Merz...

...und an die Vorsitzenden der show and brass band.

Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab gratulierte und dankte dem Preisträger Karl Merz. Sie sagte ihm eine Spende der Stadt an die Vulkansingers zu.

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule gratulierte ebenfalls und gab einen kurzen Abriss von den Anfängen als Spielmanns- und Fanfarenzug bis zur heutigen show and brass band.