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Rauchmelder retten Leben

Rauch ist der gefährliche Vorbote des Feuers
Weil wir heute nur noch selten Kontakt zum offenen Feuer haben, ist uns die Gefährlichkeit von Rauch kaum noch bewusst. Wer aber schon mal bei einem Oster- oder Kartoffelfeuer plötzlich mitten in einer dicken Qualmwolke stand, hat einen kleinen Vorgeschmack bekommen. Auch Kaminbesitzer, die vergessen hatten, die Rauchklappe rechtzeitig zu öffnen, wissen, dass ein Wohnzimmer innerhalb kurzer Zeit mit dunklen Rauchwolken total verqualmt sein kann. Ein derartiges "Versehen" kann man noch mit einer Gardinenwäsche und einem neuen Wandanstrich "bereinigen".

Rauch ist heimtückisch ... und dazu noch leise
Brände sind in den letzten Jahren immer rauchintensiver geworden. Eine Ursache dafür sind u.a. moderne Kunststoffe, die zunehmend in der Raum- und Gebäudeausstattung verwendet werden. Ein in Brand geratenes Telefon kann z.B. innerhalb kürzester Zeit ein Einfamilienhaus völlig verqualmen.

Besonders gefährlich ist ein Brand, der Menschen im Schlaf überrascht. Der erhöhte CO-Gehalt im Rauch bewirkt, dass Schlafende aufgrund einer Blutvergiftung bewusstlos werden, ohne zu erwachen. Der Tod ist dann nur noch eine Frage der Zeit.

Viele der Toten und Verletzten könnten vermieden werden, wenn die Bewohner frühzeitig gewarnt würden.

Über die Zuverlässigkeit der Rauchmelder sind sich Fachleute weitestgehend einig. Sie sind weitaus sensibler als die menschliche Nase und nehmen schon relativ geringe Rauchgaskonzentration wahr, bevor der Mensch aus dem Schlaf erwachen könnte.

Die Sauerstoffverdrängung durch Rauchgas lässt Menschen in einen noch tieferen, der Bewusstlosigkeit ähnlichen Schaf versinken. Hilfe kommt daher leider oft zu spät, denn der Brandrauch stellt eine weitaus größere Gefahr dar, als das Feuer selbst.

Im Vergleich zu Deutschland, wo Rauchmelder gesetzlich nicht vorgeschrieben sind, ist die Installation dieser Geräte in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien und Norwegen Pflicht. In Großbritannien stieg nach Angaben des Innenministeriums Home Office im Zeitraum 1987/94 der Anteil an in Privatwohnungen installierten Rauchmeldern von 9% auf 74%. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der Brandtoten von mehr als 700 auf 500.

In der Bundesrepublik ist der Prozentsatz der Haushalte, die einen oder mehrere Rauchmelder besitzen, mit ca.5% noch relativ gering.

 

Wie funktioniert ein Rauchmelder für den privaten Wohnbereich?

Die meisten der modernen Rauchmelder arbeiten nach dem optoelektronischen Streulichtprinzip. Eine Lichtquelle im Gerät durchleuchtet alle paar Sekunden in Form eines Lichtblitzes die Messkammer des Rauchmelders. Sind Rauchpartikel in einer bestimmten Konzentration in die Kammer eingedrungen, wird der Lichtblitz reflektiert. Das Streulicht trifft auf eine Fotozelle, die über eine Elektronik ein 85 Dezibel lautes Piezo-Horn auslöst.

 

Wann muss die Batterie gewechselt werden?
Das Nachlassen der Batterieleistung wird akustisch signalisiert. Je nach Hersteller bis zu mehreren Wochen.

Wo soll ein Rauchmelder installiert werden?
Die Hersteller von Rauchmeldern für den Hausgebrauch unterscheiden zwischen "Mindestschutz" und "Erhöhtem Schutz".

Mindestschutz in Wohnungen
Ein Rauchmelder vor dem Schlafbereich, bei Wohnungen mit mehreren Schlafbereichen sollte vor jedem Schlafbereich ein Rauchmelder installiert werden.

Mindestschutz in Wohngebäuden (Einfamilienhaus)
Ein Rauchmelder in jeder Etage (auch Keller) und vor jedem Schlafbereich. Bei " Erhöhtem Schutz " sollte in jedem Raum (auch Dachboden und Kellerraum) ein Rauchmelder installiert werden.

Welchen Rauchmelder soll man kaufen?
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind Geräte verschiedener Hersteller, die nach dem optoelektronischen Prinzip arbeiten auf dem Markt. Sie sind in Baumärkten, Elektrofachgeschäften und in Kaufhäusern erhältlich.

Darauf sollten Sie beim Kauf eines Rauchmelders achten:
FVDS-Zulassung, ERG/GS geprüft CE
geprüft nach ISO 12239
Vernetzbarkeit mit weiteren Rauchmeldern
Montagesperre bei nicht eingelegter Batterie
Testknopf zur Überprüfung der Batterie, Elektronik und Rauchkammer
30-Tage-Batterieanzeige
Leuchtdiode zur Batteriebereitschaftsanzeige
Halogenfreier Kunststoff
Leichte Montage
Langzeitgarantie des Herstellers

Wie verhalte ich mich, wenn es brennt, und was kann ich tun, um einen Brand zu vermeiden?

  • Nach Bemerken eines Feuers schnellstmöglich das Haus verlassen und Mitbewohner warnen. Im Brandfall keine Aufzüge benutzen.
  • Festlegen von Fluchtwegen für jeden Raum. Die Fluchtwege sollten allen Bewohnern des Hauses bekannt, stets frei und benutzbar sein.
  • Vor jedem Löschversuch die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 alarmieren.
  • Fenster und Türen brennender Räume schließen, um eine Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern.
  • Keine brennbaren Flüssigkeiten im Haus, Keller oder Garage lagern.
  • Niemals im Bett rauchen!
  • Kinder über die Gefahren im Umgang mit Feuer aufklären. Zündhölzer und Feuerzeug sind kein Spielzeug.
  • Elektrische Geräte vor Überhitzung schützen. Auf genügend Freiraum zur Belüftung beim Einbau von Geräten in Schrankwände oder ähnlichen achten.
  • Steckdosen und Elektroleitungen niemals überlasten. Bei Elektrobränden: Netzstecker ziehen oder Sicherungsautomat abstellen.
  • Besondere Vorsicht beim Heizen mit Raumstrahlern oder Heizlüftern. Abstand zu brennbaren Materialien halten.
  • Heiße Töpfe und Pfannen auf dem Herd niemals unbeaufsichtigt lassen. Vorsicht bei Fettbränden - niemals mit Wasser löschen.


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