Unter dem Motto „Sicherheit durch Transparenz“ startete Mitte Mai 2004 eine hessenweite Mobilfunkmessreihe. Im Auftrag des IZMF haben Experten des TÜV-Nord in 24 Städten und Gemeinden des Landes die Höhe der auftretenden elektromagnetischen Felder ermittelt.
Nunmehr liegen die Ergebnisse der landesweit durchgeführten Messreihe vor. Die vom TÜV-Nord durchgeführten Messungen haben ergeben, dass die elektromagnetischen Felder von Mobilfunksendeanlagen in Hessen weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte liegen. Im Allgemeinen erreichen die Messwerte auch nach Inbetriebnahme der neuen UMTS-Mobilfunknetze nur ein 100stel bis 1 000stel des gesetzlich zulässigen Rahmens. Professor Dr. med. Thomas Eickmann von der Justus-Liebig-Universität in Gießen ergänzte angesichts der Vorstellung der Messergebnisse, dass unter Zugrundelegung der geringen gemessenen Feldstärken unterhalb der gültigen Grenzwerte kein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf Gesundheitsrisiken bestehe.
Um Bürgernähe zu garantieren, waren Vertreter von 24 Städten und Gemeinden in Hessen im Vorfeld der Messreihe gebeten worden, Vorschläge für Messorte einzureichen. Dieses Angebot wurde nach Aussage des IZMF breit genutzt. Entsprechend den Empfehlungen der beteiligten Kommunen wurden von den unabhängigen Experten des TÜV-Nord zahlreiche Orte sensibler Nutzung wie Kindergärten und Schulen, aber auch Wohnbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft von Mobilfunkantennen untersucht. An den über 100 Messpunkten fanden die TÜV-Ingenieure Mobilfunkfelder nur in minimaler Höhe. Selbst der größte ermittelte Wert in Hessen erreichte nur 1,3 % des gültigen Grenzwertes bezogen auf die Leistungsflussdichte. Die Mehrheit der Messwerte lag nach Aussage des TÜV-Nord unterhalb von 0,1 %.
Weitere Ergebnisse der Messreihe sind, dass in Räumen und Wohnungen direkt unterhalb einer Sendeantenne die Immissionen häufig deutlich geringer sind als in größerem Abstand außerhalb des Gebäudes. Die Messreihe hat zudem gezeigt, dass andere Funkquellen wie etwa TV- und Radiosender z. T. deutlich höhere Immissionen als Mobilfunksendeanlagen erzeugen. Im Rahmen der Messreihe konnten die TÜV-Prüfer zudem erstmals die Gesamtimmissionen seit der Aufnahme des Regelbetriebs der vier UMTS-Mobilfunknetze Anfang 2004 untersuchen. Dabei stellten sie einen erwarteten leichten Anstieg fest. Ungeachtet dessen gilt für alle in Hessen untersuchten Mobilfunk-Standorte: Die aufsummierten Leistungsflussdichten schöpfen nur Bruchteile des zulässigen Grenzwertes aus.
Nach Auskunft des IZMF wurden die Messungen nach den Qualitätsstandards der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (REG TP) durchgeführt. Die Messergebnisse und die Bewertung aus technischer und biologischer Sicht wie auch alle Informationen zum Messverfahren stehen ab Juli 2004 im Internet unter www.izmf.de kostenlos zum Download bereit.