Zum 01.01.2009 wird bei der Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises eine neue Haushaltsplanung eingeführt. Diese basiert auf den Grundsätzen einer doppelten Buchführung nach der Gemeindehaushaltsverordnung, kurz GemHVO-Doppik genannt, vom 02.04.2006.
Im Rahmen dieser Umstellung wurde das Amt für Gebäudemanagement beauftragt, das so genannte Sachanlagevermögen, bestehend aus Grundstücken, Gebäuden und Außenanlagen, zum Stichtag 01.01.2009 zu bewerten. Das Sachanlagevermögen, ein Teilbereich der in die Finanzbuchhaltung integrierten Anlagenbuchhaltung, ist zukünftig im Haushaltsplan, im Hinblick auf die Zu- und Abgänge, wertmäßig auszuweisen und spiegelt die Vermögenssituation des Vogelsbergkreises aus buchhalterischer Sicht wieder.
Für alle Liegenschaften im Eigentum des Vogelsbergkreises erfolgten deshalb zum Abgleich und Prüfung der vorhandenen Bestandsverzeichnisse, Datenrecherchen beim Amt für Bodenmanagement (Katasteramt) und im elektronischen Grundbuch von Hessen. Die Ergebnisse zusammengefasst und als Grundstückskataster in die auf einer grafischen Arbeitsoberfläche basierenden Datenbank des Gebäudemanagement integriert, ergeben 114 Flurstücke mit einer Fläche von insgesamt 903.000 m². Als Vermögenswert werden diese in die Anlagebuchhaltung mit 8,2 Millionen Euro einfliesen.
Durch Begehung der einzelnen Liegenschaften wurden die existierenden Gebäude einer Zustandsbegutachtung unterzogen, bildlich dokumentiert, die historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten ermittelt und nach den Grundsätzen einer Anlagenbuchhaltung, auf den Stichtag der Eröffnungsbilanz bewertet. Auch hier sind die Ergebnisse in Verbindung mit den digitalen Planunterlagen aller Liegenschaften, über die grafische Arbeitsoberfläche, conjectFM, in die Datenbank eingeflossen. Die 215 Gebäude, mit einer Nutzfläche in Höhe von 212.000 m², werden in der Anlagenbuchhaltung mit 50,7 Millionen Euro als Restbuchwert im Jahr der Eröffnungsbilanz stehen (siehe Grafik).
Die Außenanlagen des Vogelsbergkreises, als Differenz der bebauten Grundstückflächen und der Geschossflächen aller Gebäude, betragen rund 577.000 m². Die Datenerfassung nach Versiegelungsart und Zustand ist in Vorbereitung. Mit einer abschließenden Bewertung ist allerdings erst in 2009 zu rechnen. Der voraussichtliche und noch geschätzte Restbuchwert wird in der Größenordnung von 2 Millionen Euro erwartet.
Zusammenfassend kann aber schon jetzt festgestellt werden, dass das Sachanlagevermögen des Vogelsbergkreises, bestehend aus Grundstücken, Gebäuden und Außenanlagen ohne die kreiseigenen Straßen, bei rund 60 Millionen Euro liegen wird.
Neben der Bewertung des Sachanlagevermögens, sind nun auch treffende Aussagen zu den Verkehrs- und Neubauwerten möglich. Am Beispiel des Gebäudebestands ergeben sich Anschaffungs- und Herstellungskosten, bezogen auf das jeweilige Baujahr, in Höhe von 107 Millionen Euro, unter Berücksichtigung der Wertermittlungsrichtlinien ein aktueller Verkehrswert in Höhe von 68 Millionen Euro und ein Neubauwert in Höhe von 360 Millionen Euro.
Das nun zur Verfügung stehende Datenmaterial darf nicht als Eintagsfliege betrachtet werden, die auf Grund neuer, gesetzlicher Rahmenbedingungen, Personalkosten verschlungen hat, sondern stellt vielmehr die Basis eines effizienteren Gebäudemanagements dar und wird selbstverständlich auch in anderen Abteilungen der Kreisverwaltung als vielfältige Planungs- und Organisationsgrundlage Anwendung finden.